“Salomé” von Richard Strauss bei den Münchner Opernfestspielen

Spektakuläre Neuinszenierung des Einakters nach Oscar Wilde. Krzysztof Warlikowski besticht durch konsequente Personenregie. Das Bühnenbild von Małgorzata Szczęśniak versetzt uns in die Zeit der Entstehung des Werkes. Der Tanz der sieben Schleier wird ganz neu aufgezogen. Von Irma Hoffmann und Stephan Reimertz. Krzysztof Warlikowski, bereits legendär durch seine Inszenierung von Henzes Bassariden bei den Salzburger…Continue reading “Salomé” von Richard Strauss bei den Münchner Opernfestspielen

Salzburger Pfingstfestspiele: Adel des Schmerzes

Cecilia Bartoli und Franco Fagioli interpretieren Pergolesis Stabat Mater in barockem Expressionismus. Andrés Gabetta und seine Cappella verblüffen mit einem Vivaldi-Großmogul. Von Stephan Reimertz. »Nisi Dominus aedificaverit domum, in vanum laboraverunt qui aedificant eam«, singt der Countertenor Franco Fagioli in Antonio Vivaldis Komposition nach der Vulgata, Psalm 126: Wenn nicht der Herr das Haus baut, mühen…Continue reading Salzburger Pfingstfestspiele: Adel des Schmerzes

Wettkampf der Kastraten

Alcina von Georg Friedrich Händel und Polifemo von Nicola Antonio Porpora bei den Salzburger Pfingstfestspielen. Von Stephan Reimertz. Auch bei ihren achten Pfingstfestspielen als Intendantin zeigt Cecilia Bartoli den Ehrgeiz, uns etwas besonderes zu bieten. Wie bei den Opernproduktionen der beiden vergangenen Jahre, Händels Ariodante und Rossinis L’italiana in Algeri, übernahm sie selbst eine Hauptrolle…Continue reading Wettkampf der Kastraten

Sie wollten ihr Leben opfern für die Liebe

Alceste von Christoph Willibald Gluck in der Pariser Fassung am Bayerischen Nationaltheater. Von Stephan Reimertz. Wenn einer für einen anderen oder für die Gemeinschaft sein Leben opfert, sind Liebe und Bewunderung ihm für alle Zeiten sicher. Kein Wunder, wenn diese relativ einfache Art, in die Geschichte einzugehen, sich großer Beliebtheit erfreut. Selten mangelt es an…Continue reading Sie wollten ihr Leben opfern für die Liebe

Ausstellung

Wo viel Licht, da viel Schatten

Als Michelangelo Merisi aus dem lombardischen Orte Caravaggio die Bühne der Kunstgeschichte betrat, erweckte er einen Lichtsturm wie kein anderer Maler vor ihm. Dieser Künstler hat die Welt neu beleuchtet. Wir sind alle Caravaggisten, selbst der Kinobesucher, der einen expressionistischen Stummfilm anschaut. Die Alte Pinakothek in München dokumentiert in der Ausstellung Utrecht, Caravaggio und Europa…Continue reading Wo viel Licht, da viel Schatten

Selbstporträt der Oper als Echtzeit-Hausfrau

L’heure espagnole von Maurice Ravel am Gärtnerplatztheater in München. Von Stephan Reimertz. Einen Ehemann, zwei Liebhaber und einen muskelbepackten Verehrer – welche Frau träumt nicht von einem solchen Kleeblatt? Concepción, Gattin des Uhrmachermeisters Torquemada, denkt den ganzen Tag nur an das Eine. »Das ist meine Welt und sonst gar nichts«, könnte sie mit Lola-Lola singen.…Continue reading Selbstporträt der Oper als Echtzeit-Hausfrau

Komik und Schrecken einer medialen Dystopie

Jacqueline Reddington ist eine der großen Regie-Begabungen unserer Zeit. An den Münchner Kammerspielen präsentiert sie eine Kammerspiel-Revue nach Ernst Jüngers dystopischer Erzählung Gläserne Bienen. Die Schauspieler Kjell Brutscheidt, Marcel Herrnsdorf und Nick Romeo Reimann ziehen den Zuschauer in eine beklemmende Posse. Ihre Aussprache ist allerdings etwas ungewöhnlich. Kurze Bemerkung von Stephan Reimertz zu einer außergewöhnlichen…Continue reading Komik und Schrecken einer medialen Dystopie

Literatur

Der nahe Feind, der ferne Freund

Leonid Breschnew, seine Bedeutung für Russland und die Sowjetunion, eine neue Biographie und eine Neubewertung des »Prager Frühlings«. Von Stephan Reimertz. Ein Proletarier war er nicht. Leonid Breschnew, Ende 1906 als Moldawier in der Ukraine geboren, entstammte einem Milieu, das man sich eher als traditionales Arbeitermilieu mit stark gutbürgerlichen, ja bildungsbürgerlichen Zügen vorstellen darf, wie…Continue reading Der nahe Feind, der ferne Freund