Kunst im Quadrat: Wim Wenders „Sofortbilder“

  Ein Ausstellungsbesuch von Barbara Hoppe. Polaroids. Das waren diese kleinen, quadratischen Fotos, die sofort aus der Kamera kamen, hatte man erst einmal auf den Auslöser gedrückt. Festgebannt darauf der Augenblick, ohne Chance, in der Versenkung zu verschwinden. Allein die Tatsache, dass die Fotografie sofort sichtbar war und von niemandem mehr wegsortiert werden konnte, führte […]

Bayreuther Festspiele: Der vielfliegende Holländer

  In ihrem sechsten Jahr hat die konsequent systemkritische Inszenierung von Jan Philipp Gloger noch an Bedeutung gewonnen. John Lundgren gibt die Titelpartie als innerlich entleerter Manager. Christoph Hetzer spiegelt in seinem Bühnenbild unsere sinnlose Welt von Produktion und Konsum. Axel Kober leitet das zu allem entschlossene Festspielorchester. Und wieder ruft Richard Wagner uns zu: […]

Ego ergo sum – Maxim Billers fein-szenische Erzählung „Sechs Koffer“

Von Carsten Schmidt. Maxim Biller ist für Bücher unterschiedlichster Länge und Art bekannt, gerne sind sie mit autobiografischen Einsprengseln oder klaren Parallelsträngen der eigenen Geschichte versehen, manchmal schmiegen sie sich gemütlich an die 1000-Seiten-Grenze und werden mitunter von Kritikern als selbstverliebt bezeichnet. Dass Maxim Biller in den letzten Jahren ein bedeutender Kulturkopf der Republik geworden […]

Bayreuther Festspiele: “Die Meistersinger von Nürnberg” – Abgesang auf die Utopie bürgerlicher Kunst

  Richard Wagners Oper Die Meistersinger von Nürnberg ist ein Ding der Unmöglichkeit. Eine tragikomische Opernhandlung, die im sechzehnten Jahrhundert spielt, komponiert in komplexer und anspruchsvoller symphonischer Großform mit eingestreuten Liedern. Philippe Jordan, Musikdirektor der Pariser Oper, macht in Bayreuth das Unmögliche wahr. Die manieristisch-postmodern-pseudointellektuelle Inszenierung von Barrie Kosky trägt wenig zur Erkenntnis bei. Von […]

Lieder von Victor Ullmann, Gottfried von Einem, Pavel Haas, Egon Wellesz, Richard Strauss und Hans Gál: Simon Wallfisch „Gesänge des Orients“ 

  Von Ingobert Waltenberger. Rein künstlerisch eint die auf der vorliegenden CD präsentierten Lieder, dass sie auf Texte zurückgreifen, die die tiefe Faszination von Übersetzungen chinesischer und persischer Poesie im Wien des beginnenden 20. Jahrhunderts widerspiegeln. Freilich reicht die romantische Begeisterung  für den mythischen Osten weiter in die Vergangenheit, wie Goethes großer Zyklus West-östlicher Divan […]

„La BETTLEROPERa“. Moritz Eggert mit einer radikalen Neuinterpretation des klassischen Stücks an der Neuköllner Oper

Bayreuther Festspiele: “Parsifal” – die ganz konkrete Erlösung

   Auch im dritten Jahr beweist der Bayreuther Parsifal in der Regie von Uwe Eric Laufenberg seine Resilienz. Der Regisseur überzeugt mit durchgreifendem künstlerischem Ernst und präziser Durcharbeitung. Am Pult steht dabei zum ersten Mal Semyon Bychkov, einer der besten Wagner-Dirigenten unserer Zeit. Um die zentrale Frage des Stücks drückt die Inszenierung sich freilich herum. […]