Das Salzburg Museum präsentiert Asservate aus dem Festspiel-Jahrhundert

Es stimmt doppelt melancholisch, wenn man in diesem Sommer überall in Salzburg das Motto „100 Jahre Salzburger Festspiele“ liest. Erstens, weil es einem vor Augen führt, wie schnell das Jahrhundert verwehte… und die Hälfte dieser hundert Jahre war man selbst bei den Salzburger Festspielen dabei; zweitens, weil eine Unterhaltung über Salzburg und die Festspiele immer auch ein Gespräch über die unaufhaltsame Zerstörung der Stadt ist.

Menschen im Museum. Kolumne von Susanne Falk

Menschen im Museum: “Der Postcard-Challenge”

Ich fürchte, das wird wehtun. Aber da müssen Sie jetzt durch. Also, bitte ganz tapfer sein! Stellen Sie sich vor, wie jemand mit einem Fingernagel auf einer Tafel kratzt. Schon allein der Gedanke daran ist grauenvoll, nicht? Der Ton, die Vorstellung davon, es wäre der eigene Nagel, der womöglich bei dieser Tortur umknickt oder bricht…

Todesmelodie in Glaubenthal: “Helga räumt auf” von Thomas Raab

Rezension von Barbara Hoppe.

Willkommen zurück in Glaubenthal. Die kleine Streusiedlung mitten im österreichischen Nirgendwo ächzt unter einer Hitzewelle. Aber Hannelore Huber geht es gut. Ihr Walther ist endlich und wahrhaftig weg. Nach 53 Ehejahren und einigen Verwicklungen bezüglich seines Todes genießt Hannelore, genannt Hanni, endlich ihr Witwendasein.

“The Austrian Connection” mit Pianistin Sarah Beth Briggs

Von Ingobert Waltenberger.

Mit Bedacht und breiten Tempi beginnt Sarah Beth Briggs die Melodie zur ersten österreichischen Hymne. Das Gott erhalte Franz den Kaiser erklingt zu Beginn der gleichnamigen Variationen von Joseph Haydn weniger mit stolz geschwellter Brust denn in liedhafter Einfachheit. Haydn selbst schätzte die Wirkung seiner Auftragsarbeit überaus, sodass er sie in seinen letzten Lebenstagen an jedem Morgen spielte und Trost und Erhebung daraus zog. Politisch war die Komposition ab 1797 Hymne des Hauses Österreich und von 1826 bis 1918 die offizielle Hymne des Kaisertums Österreich. Haydn verarbeitete die wunderschöne Melodie im langsamen Satz seines „Kaiserquartetts“ mit vier…

Film Kulturmagazin Feuilletonscout

Heimkino: Pseudo-Android mit Lubitsch-Touch

„Die Puppe“, Ernst Lubitschs Stummfilm-Farce nach dem Amphitryon-Mythos, steht mit zwei verschiedenen musikalischen Begleitungen bereit. Eine Gelegenheit, den Klassiker von 1919 nach Motiven von E. T. A. Hoffmann wiederzusehen.

Die Schneekugel

Die Macht des Ungesagten: Hugo Ramnek „Die Schneekugel“

Rezension von Barbara Hoppe.

Eine Schneekugel steht auf dem Schreibtisch. Die Kuppel hat einen Sprung. Darunter ein Dorf. Wenn man die Kugel schüttelt fällt Schnee auf die starre Landschaft. Flocken, die wie Erinnerungen herabrieseln. Auf das Kärntener Land, in die Gedanken des Jungen. Eines Jungen, der längst ein Mann ist. Am Ende dieses Romans in Erzählungen, als die Eltern alt sind und auch er nicht mehr jung. Sie ihn nicht mehr vom Bahnhof abholen können, denn der Weg ist zu beschwerlich.

Ein Ort im Zeichen der Kunst: Worpswede

Von Barbara Hoppe.

Heute hat Worpswede knapp 10.000 Einwohner. Es gibt eine hübsche kleine Fußgängerzone und das Haus, in dem Paula Modersohn-Becker einst lebte und starb liegt an der Hauptstraße, eine wenig malerische Bushaltestelle direkt davor. Was ein wenig ungemütlich klingt, ist aber dennoch ein hübscher Ort, in dem alles im Zeichen der Künstlerkolonie steht.

Statt Kino: Meditation über Erinnerung und Verlust – Requiem um das Ende der ersten Menschheit mit Hoffnung auf die 17 anderen Menschheiten

Von Ingobert Waltenberger.

Großflächige, an der Neuen Einfachheit orientierte Filmmusik, die sich an grobkörnig schwarz-weiß in Szene gesetzten bewegten Bildern der brutalistischen „Spomeniks“ (slowenische, serbische und kroatische Bezeichnung für Monument) reibt.