Außergewöhnlich (Literatur)

rose royal

Die dunkle Macht der Anziehung: „Rose Royal“ von Nicolas Mathieu

Rezension von Barbara Hoppe.

Es ist eine Geschichte, wie sie zwischen Mann und Frau täglich auf dieser Welt hundertfach passiert. Und natürlich passt eine solche Geschichte in einen schmalen Roman von gerade mal 94 Seiten wie „Rose Royal“ des französischen Schriftstellers Nicolas Mathieu. 2018 erhielt der damals Vierzigjährige den renommierten Prix Goncourt für „Wie später ihre Kinder“.

Engadiner Romanpoetik: Leta Semadeni „Tamangur“

Rezension von Barbara Hoppe.

Als die Lyrikerin Leta Semadeni 70 Jahre alt wurde – vor fünf Jahren – legte sie gleichzeitig ihren ersten Roman vor. „Tamangur“ heißt er. Nun, zu ihrem 75. Geburtstag, bringt der Rotpunktverlag dieses Kleinod Engadiner Romanpoetik in einer erweiterten Neuauflage heraus.
Roman nennt sich bekanntlich vieles. „Tamangur“ ist zweifellos einer, und doch spürt man mit jedem Wort, dass hier eine Autorin schreibt, der die Poesie durch die Adern fließt.

Die Schneekugel

Die Macht des Ungesagten: Hugo Ramnek „Die Schneekugel“

Rezension von Barbara Hoppe.

Eine Schneekugel steht auf dem Schreibtisch. Die Kuppel hat einen Sprung. Darunter ein Dorf. Wenn man die Kugel schüttelt fällt Schnee auf die starre Landschaft. Flocken, die wie Erinnerungen herabrieseln. Auf das Kärntener Land, in die Gedanken des Jungen. Eines Jungen, der längst ein Mann ist. Am Ende dieses Romans in Erzählungen, als die Eltern alt sind und auch er nicht mehr jung. Sie ihn nicht mehr vom Bahnhof abholen können, denn der Weg ist zu beschwerlich.

Ostjüdisches Leben im Scheunenviertel: “Beide Seiten einer Straße”

Rezension von Corinna von List.

Der Verfasser dieses Romans war nicht nur Schriftsteller, sondern auch ein hoch angesehener Rechtsanwalt im Berlin der Weimarer Republik, der aus einem jüdisch-orthodoxen Elternhaus stammte. Durch seine Herkunft hatte er einen geschulten Blick auf die ostjüdische Lebenswelt der Grenadierstraße im Berliner Scheunenviertel.

Drama am Askja: Gerwin van der Werf „Der Anhalter“

Rezension von Barbara Hoppe.

Es sollte die Reise ihres Lebens werden. Tiddo und Isa brechen gemeinsam mit ihrem Sohn Jonathan nach Island auf. Im Wohnmobil wollen sie das Land erkunden. Isa, die Naturwissenschaftlerin, freut sich auf die biologischen Besonderheiten und grandiose Landschaft, Tiddo möchte nichts mehr, als seiner Ehe neuen Schwung verleihen. Denn so richtig, so erfährt man nach und nach, läuft es zwischen den beiden nicht. Isa entzieht sich jeder Berührung ihres Manns, acht Jahre ohne Sex sprechen für sich.

Christian Schulteisz: “Wense”. Der Zauber des Unruhegeists

Rezension von Barbara Hoppe. Hans Jürgen von der Wense, geboren am 10. November 1894 in Ortelsburg/Ostpreußen, gestorben am 9. November 1966 in Göttingen, war ein deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Fotograf, Künstler und Komponist. So weit, so Wikipedia. Aber dieser Wense war weit mehr als das, was… Weiterlesen »Christian Schulteisz: “Wense”. Der Zauber des Unruhegeists

Große russische Literatur: Leonid Zypkin „Ein Sommer in Baden-Baden“

Rezension von Barbara Hoppe.

Ein Zug fährt von Moskau nach Sankt Petersburg. Es ruckelt und schüttelt die Passagiere ordentlich durch. Unter ihnen ist auch Leonid Zypkin, dem mehr als einmal sein Buch aus der Hand rutscht, so unruhig ist die Fahrt. Seine Reise soll ihn in der Stadt an der Newa an verschiedene Wirkungsstätten Fjodor Dostojewskis führen.