Literatur

Mein Feind, der Klon

Marie Darrieussecq schreibt eine beklemmende Dystopie. Rezension von Barbara Hoppe. Es ist eine düstere Welt, die Marie Darrieussecq in ihrem neuen Roman „Unser Leben in den Wäldern“ heraufbeschwört. Eine Dystopie, in der nur in der Offline-Welt die Wälder rauschen. Ein Ort, zu dem sich die Rebellen geflüchtet haben. Diejenigen, die der  totalitären Überwachung durch implantierte […]

Literatur

Es lebe der Briefroman! Gérard Salem „Du wirst an dem Tag erwachsen, an dem du deinen Eltern verzeihst“

Der im letzten Jahr verstorbene Psychiater Gérard Salem schreibt die Geschichte einer Familie betörend menschlich. Von Barbara Hoppe. Wenn man es polemisch ausdrücken möchte, dann schreiben die einen die „Buddenbrooks“ und die anderen einfach nur einen klugen Briefroman. Was nichts anderes heißen soll, als dass man auch in kurzer, knapper Form das gesamte Panorama einer […]

Literatur

Kondrats Dreierlei Grau – eine Wiederentdeckung zum Hineinsinken

Von Carsten Schmidt. Manch etablierte Autorin hofft, auch jenseits ihres Heimatlandes Gehör und Leserschaft zu finden. Dies war der 1938 in Rumänien geborenen Journalistin auch vergönnt, jedoch zunächst in dramatischen Zwischenschritten. Als Bürgerin der deutschen Minderheit in Rumänien erhielt sie 1973 die Reiseerlaubnis in den Westen und brachte bei mehreren Grenzübergängen Manuskriptstücke des vorliegenden Werks […]

Von Mythen und Wahrheit: „An den Mauern des Paradieses“

Von Barbara Hoppe. Kürzlich stellte ein Autor einer befreundeten Literaturrezensentin und mir die Frage, inwieweit das Wissen um den Autor die Wahrnehmung des Textes und die anschließende Rezension beeinflusse bzw. ob ein Wissen um den Autor überhaupt notwendig sei, um eine vernünftige Literaturkritik zu schreiben. Meine Kollegin, eine Ethnologin, befand es als extrem wichtig, denn […]

Literatur

„Ein Doppelgänger“ von Theodor Storm in neuem Gewand. Ein Glücksfall.

Rezension von Barbara Hoppe. Es ist eine besonders grausame Ironie, wenn man John Glückstadt genannt wird, doch das Unglück einen auf Schritt und Tritt verfolgt. In seiner späten Novelle „Ein Doppelgänger“ aus dem Jahr 1880 erzählt Theodor Storm von jenem John, der eigentlich Hansen heißt, der aufgrund einer Jugenddummheit sechs Jahre Zuchthaus in Glückstadt absitzen […]