Heimkino: Choderlos de Laclos‘ „Gefährliche Liebschaften“ von Stephen Frears

Hermann Hesse fand, dass „Gefährliche Liebschaften“ (Les Liaisons dangereuses) „Unter den erotischen und gesellschaftskritischen Romanen des französischen 18. Jahrhunderts vielleicht der klügste, kühlste, unsentimentalste“ sei. „Literarisch und psychologisch glänzend.“
Tatsache ist, dass der einzige Roman des Offiziers Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos seinen Ruhm bis heute begründet. Seine „Gefährlichen Liebschaften“, erschienen im Jahr 1782 und galten schon damals als bester Roman des 18. Jahrhunderts. Bereits …

Was wir lesen: Literatur im 21. Jahrhundert

Zwei neue Bücher, die zum ersten Mal auf Deutsch erscheinen. Beide geschrieben von jungen Autoren. „Rote Kreuze“ von Sasha Filipenko, 1984 in Minsk geboren, und „Nach Mattias“ des 1983 in den Niederlanden geborenen Peter Zantingh. Anlass, einmal über Literatur im 21. Jahrhundert nachzudenken.
Von Barbara Hoppe.

Heimkino: Die deutsche Familie auf der Opernbühne

Ein normales bürgerliches Ehepaar im O-Ton auf der Opernbühne? Ja, das gibt es. Richard Strauss hat 1924 unter dem Titel „Intermezzo“ seine „bürgerliche Komödie mit sinfonischen Zwischenspielen in zwei Aufzügen“ herausgebracht. Im Internet ist jetzt eine phantastische Einspielung mit Hermann Prey und Joseph Keilberth aufgetaucht.

Open Air mit Nachtigall und Klarinette

Rezension von Ingobert Waltenberger.

“Und damit niemand daran zweifle, dass solches aus der Kunst komme, so haben sie nicht alle einen gleichen Gesang, sondern eine jegliche ihren besonderen.” Vogelkunde-Pionier Conrad Gesner anno 1555

Zu Nachtigallen habe ich ein ganz besonderes Verhältnis. Nicht so sehr wegen Shakespeare, Oscar Wilde, Percy Bysshe Shelley, Udo Lindeberg & Co. Im Innenhof des Wohnhauses in Berlin-Schöneberg, wo ich seit einigen Jahren meine Zelte aufgeschlagen habe, lässt eine Nachtigall jedes Frühjahr stolz ihren aristokratisch edlen Gesang vom Wipfel eines alten Kastanienbaumes erklingen.

Wenn Recht nicht immer Gerechtigkeit bedeutet: „Pandora. Auf den Trümmern von Berlin“ von Amber & Berg

Amber & Berg ist das neue Traumpaar unter den Autoren historischer Kriminalromane. Rezension von Barbara Hoppe.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Wer dieses Buch in die Hand nimmt, braucht keine Ausgangssperre. Der bleibt freiwillig zu Hause. „Pandora. Auf den Trümmern von Berlin“ führt uns ins Jahr 1948, mitten hinein eine Stadt, die zwischen Ruinen versucht, auf die Beine zu kommen, mitten hinein in die Berlin-Blockade. Und mitten hinein in die Welt der Zuhälter, Huren und Kleinganoven. Und das absolut fesselnd.