Höhenrieder Berger Beethoven

Meisterlich: Margarita Höhenrieder und Julius Berger spielen Beethoven

Rezension von Ingobert Waltenberger.

„Wir gehen einen steilen Weg, um Beethoven näher zu kommen. Das Gipfelkreuz dieses Weges ist sichtbar, aber nicht erreichbar. Deswegen machen wir uns immer wieder auf diesen Weg, den unendlichen.“ Julius Berger
Nicht nur die berühmten fünf Cellosonaten, sondern auch drei Variationenwerke stehen auf dem anspruchsvollen und doch sehr unterhaltsamen Programm des Cellistin Julius Berger und seiner Partnerin am Klavier Margarita Höhenrieder

Christina Hesselholdt

Fotografin aus Leidenschaft: Das Leben der Vivian Maier

Christina Hesselholdt würdigt „Vivian“ in einem ungewöhnlichen Roman. Rezension von Barbara Hoppe.

Am Ende starb sie einsam und verarmt in einem Pflegeheim. Ihren großen Ruhm und das Gerangel um die rund 200.000 Fotos, die sie im Laufe ihres 83 Jahre währenden Lebens überwiegend in den Straßen von New York und Chicago gemacht hat, erlebte Vivian Maier nicht mehr.

Statt Kino: Gaetano Donizetti „Enrico di Borgogna“

Live-Mitschnitt aus dem Teatro Sociale Bergamo November/Dezember 2018, Videoweltpremiere. Rezension von Ingobert Waltenberger.

Das Donizetti Festival in Bergamo hatte eine blendende und zugleich enzyklopädische Idee: Aus Anlass der 200-jährigen Jubiläen der Opern des Meisters (insgesamt 70 an der Zahl) hat man die #donizetti200 series ins Leben gerufen. Jeweils 200 Jahre später werden genau die Opern ins Programm genommen, die also 1819, 1820 etc. komponiert bzw. uraufgeführt wurden. Dieses Jahr werden dies…

Wahnsinn oder nicht Wahnsinn: Alexa Hennig von Lange und Johanna I.

Rezension von Barbara Hoppe.Johanna I. von Kastilien (1479-1555) gehört sicher zu den traurigsten Gestalten der Weltgeschichte. Als drittes Kind und zweite Tochter von Isabella der Katholischen mussten so einige vor ihr sterben, damit sie eher ungewollt zur rechtmäßigen Nachfolgerin von Isabella wurde. Eine Königin, die… Weiterlesen »Wahnsinn oder nicht Wahnsinn: Alexa Hennig von Lange und Johanna I.

Buxtehude und Zeitgenossen

Der siebte Himmel: Geistliche Kantaten mit Mailys de Villoutreys und La Rêveuse

Der Sammlung Gustav Düben an der Universitätsbibliothek Uppsala verdanken wir einen Riesenschatz an barocker Vokal- und Instrumentalmusik aus Norddeutschland. Ein großer Teil davon stammt aus der Feder Dietrich Buxtehudes, der im 17. Jahrhundert das Musikleben in Lübeck als Organist an der St. Marienkathedrale solitär geprägt hat.

Japan Nacht

Der erstaunlichste Roman dieses Herbstes

Und weiter geht’s mit der Neuübertragung der Werke von Yukio Mishima im Kein & Aber Verlag: Als dritter Streich ist am 6. Oktober die Satire Inochi urimasu (Leben zu verkaufen) erschienen. Hier nimmt der Autor die Dienstleistungsgesellschaft als Ausdruck der modernen Welt schlechthin aufs Korn. In den sieben Kapiteln seiner Rezension erläutert Stephan Reimertz, warum die deutsche Erstübersetzung für ihn ein aberwitziges Lesevergnügen darstellt.

Liv Migdal Refuge

Geige solo: Liv Migdal spielt Werke von J.S. Bach, Paul Ben-Haim und Béla Bartók

Die Violine als Musikinstrument des Jahres 2020 in vielen Facetten erlebbar.
Rezension von Ingobert Waltenberger.

Refugium (und ich ergänze: Sinnfindung) in Musik, in Kunst? Welcher musische Mensch kennte das nicht? So ist das Programm des Albums universell, jedoch in der Wahl der Werke ganz spezifisch, weil Musik für J. S. Bach, Ben-Haim und Bartók nicht nur Beruf, sondern „in dramatischen Lebensphasen, in Grenzmomenten ihres Lebens auch Zuflucht“ bedeutete, resümiert Liv Migdal ihre Überlegungen und zieht den Geiger Yehudi Menuhin in die Entstehungsgeschichte der Stücke mit ein.

Film Kulturmagazin Feuilletonscout

Neu im Kino: „Eine Frau mit berauschenden Talenten“

Patience Portefeux (Isabelle Huppert) ist Dolmetscherin für Arabisch beim Pariser Drogendezernat. Dummerweise ist sie trotz Job und Erbe am Ende des Monats immer pleite, zumal der eigene luxuriöse Lebensstil und das teure Pflegeheim für die Mutter so einiges kosten. Durch das Abhören von Telefonaten erfährt sie…

Menschen im Museum. Kolumne von Susanne Falk

Menschen im Museum: „Tafelsilber“

Kolumne von Susanne Falk

In seiner Sendung „Last Week Tonight“ vom 4. Oktober 2020 fand John Oliver die Zeit, auf ein Problem hinzuweisen, das ihm, neben einer weltweiten Pandemie mit vielen Toten, einem erkrankten US-Präsidenten und einer bevorstehenden US-Wahl, so wichtig erschien, dass er dafür einige Minuten Sendezeit einräumte: Die fatale wirtschaftliche Situation, in der sich die amerikanischen Museen dank der Coronakrise derzeit befinden.

Tagebuch eines sentimentalen Killers

„Tagebuch eines sentimentalen Killers“ von Luis Sepúlveda

Rezension von Barbara Hoppe.

Eigentlich hätte das alles nicht passieren dürfen. Der namenlose Killer, Mitte vierzig, hatte sich schon vor Jahren in eine hübsche, deutlich jüngere Französin verliebt. Aus seiner Wohnung wurde aus dem Verliebtsein eine Pärchenwohnung und aus dem Job wurde – zumindest für die Freundin – ein Posten bei einer Fluggesellschaft, der häufiges Reisen erforderte. Alles ein No-Go für einen Profikiller. Und dann kommt ein neuer Auftrag und alles wird noch schlimmer.