Ingobert Waltenberger

Statt Kino: Meditation über Erinnerung und Verlust – Requiem um das Ende der ersten Menschheit mit Hoffnung auf die 17 anderen Menschheiten

Von Ingobert Waltenberger.

Großflächige, an der Neuen Einfachheit orientierte Filmmusik, die sich an grobkörnig schwarz-weiß in Szene gesetzten bewegten Bildern der brutalistischen „Spomeniks“ (slowenische, serbische und kroatische Bezeichnung für Monument) reibt.

Das vielseitige kompositorische Werk der Louise Farrenc

Rezension von Ingobert Waltenberger.

Das musikgeschichtliche Schicksal der französischen Komponistin, Pianistin und Musiklehrenden Louise Farrenc – eigentlich Jeanne-Louise Dumont – ist in Kenntnis der verdienstvollen Editionen des Hauses cpo und den hervorragenden auf dieser CD vorgestellten Instrumentalwerken Anlass genug, sich wieder einmal bewusst gegen das idiotische Vorurteil zu stemmen, dass Frauen per se die weniger begabten Tonsetzerinnen seien. Das große Genie im 19. Jahrhundert hatte nämlich apodiktisch männlich zu sein.

10 Jahre Goldmund Quartett: „Travel Diaries“

Das witzige Retro-Cover macht Lust auf mehr. In einem nostalgisch weinroten Ford Cabrio machen unsere vier Musiker einen beschwingten Ausflug ins Grüne. Gute Laune, Sonne, saftige Wiesen, Wald und schroffe Kalksteinberge im Hintergrund. Davor blankes Chrom und polierter Lack, schwarze Sonnenbrillen und ein Cellokasten, der wie ein neugieriger Hund seine Schnauze in den Himmel reckt. Allesamt blinzeln sie neugierig in die idyllische Gegend. Dass diese Quartettspieler…

Ein Hoch auf den Liedgesang: Rafael Fingerlos singt Klavierlieder

O Muse, du hast mein Herz berührtmit einem Liebeshauch!Eduard Mörike „Auf einer Wanderung“ Man nehme ein zeitloses Motto rund um das ewige Unruhethema Wandern, ziellos in die Welt ziehen, dazu Liebe und diffuse Sehnsucht, Heimat und Ferne, Geborgenheit und die Suche des Ich nach dem… Weiterlesen »Ein Hoch auf den Liedgesang: Rafael Fingerlos singt Klavierlieder

Rheingold auf dem Parkdeck

“Das Rheingold auf dem Parkdeck”: Goldstimmen eines großartigen Ensembles

Von Ingobert Waltenberger.

„Wir wagen es, unser Rheingold zurückzuerobern, wenn auch zunächst in einer kleineren und damit der aktuell möglichen Form! Am 12. Juni um 19.30 Uhr laden wir Sie zu einer halbszenischen 110-minütigen Fassung des Werks auf das Parkdeck der Deutschen Oper Berlin ein, die auf der Basis einer Kammerfassung des britischen Komponisten Jonathan Dove mit 22 Musiker*innen und 12 Sänger*innen erarbeitet wird.

„Anima Sacra“- Jakub Jósef Orlinsky singt vergessene barocke Sakralmusik

Rezension von Ingobert Waltenberger.

Der polnische Countertenor Jakub Józef Orlinsky, Träger des ersten Preises bei den renommierten Metropolitan Opera’s National Council Auditions 2016 in New York, lädt uns in seinem ersten Solo-Album zu einer spirituellen Erkundung überwiegend unbekannter barocker Vokalmusik der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts.

Kein kleines Paradies: Ivan Pochekin spielt die Violinkonzerte von Schostakowitsch

Rezension von Ingobert Waltenberger.

Diesmal gibt es Ivan ohne seinen Bruder Mikhail, nachdem die beiden als „Pochekin Brothers“ Werke von Mozart, Haydn, Glière und Prokofiev für zwei Violinen eingespielt hatten. Schon damals überzeugten vor allem die russischen Werke voller innerer Spannung, aufgerauter Textur und wild entschlossenem Bogenstrich.
Auf der vorliegenden CD hat der Geiger Ivan Pochekin die beiden Violinkonzerte von Dmitri Shostakovich (1948 und 1967) im geschichtsträchtigen Großen Saal