Außergewöhnlich (Krimi)

Todesmelodie in Glaubenthal: “Helga räumt auf” von Thomas Raab

Rezension von Barbara Hoppe.

Willkommen zurück in Glaubenthal. Die kleine Streusiedlung mitten im österreichischen Nirgendwo ächzt unter einer Hitzewelle. Aber Hannelore Huber geht es gut. Ihr Walther ist endlich und wahrhaftig weg. Nach 53 Ehejahren und einigen Verwicklungen bezüglich seines Todes genießt Hannelore, genannt Hanni, endlich ihr Witwendasein.

Und immer wieder Tirol: Joe Fischler „Die Toten vom Lärchensee“

Rezension von Barbara Hoppe.

Da ist er wieder. Arno Bussi. Der Tiroler Polizist, der in Wien immer noch auf die große Karriere beim Bundeskriminalamt wartet, nachdem er eine Strafversetzung ins hinterste Tirol grandios dafür genutzt hat, einen Mordfall zu lösen und mit viel Ruhm und Ehre in die Hauptstadt zurückgekehrt ist. Nur, um wieder in der Abteilung Kriminalstatistik hinter dem Schreibtisch zu landen. Hat Staatsanwalt Qualtinger, der…

Er hat die richtigen Botanicals: Carsten Sebastian Henn „Der Gin des Lebens“

Von Barbara Hoppe.

Für Bene läuft es gerade gar nicht gut. Seine Freundin gibt ihm just in dem Moment den Laufpass, als er ihr einen Heiratsantrag macht, sein Oldtimer versinkt im Rhein und die Kfz-Werkstatt, die Bene von seinem Vater geerbt hat, schreibt rote Zahlen. Zeit, findet Bene, die letzte Flasche des selbstgebrannten Gins zu leeren, den Alexander Lerchenfeld seinem Sohn vor über zwanzig Jahren hinterließ. Doch statt sich ins Koma zu trinken, fällt Bene aus allen Wolken. Dieser Gin ist das Beste, was er je in den Händen gehalten hat.

Wenn Recht nicht immer Gerechtigkeit bedeutet: „Pandora. Auf den Trümmern von Berlin“ von Amber & Berg

Amber & Berg ist das neue Traumpaar unter den Autoren historischer Kriminalromane. Rezension von Barbara Hoppe.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Wer dieses Buch in die Hand nimmt, braucht keine Ausgangssperre. Der bleibt freiwillig zu Hause. „Pandora. Auf den Trümmern von Berlin“ führt uns ins Jahr 1948, mitten hinein eine Stadt, die zwischen Ruinen versucht, auf die Beine zu kommen, mitten hinein in die Berlin-Blockade. Und mitten hinein in die Welt der Zuhälter, Huren und Kleinganoven. Und das absolut fesselnd.

Psychodrama in idyllischer Landschaft: Sarah Stovell „Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht“

Rezension von Barbara Hoppe.

Sarah Stovell lebt in Northumberland, unterrichtet Creative Writing an der Lincoln University, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Und es scheint, als habe sie mit ihrem ersten Psychothriller genau das getan, worüber eine ihrer Protagonistinnen – die erfolgreiche Autorin Bo Luxton – immer den Kopf schüttelt: Sie hat bei ihrem Romanthema, zumindest beim beruflichen Hintergrund, auf Erfahrungen aus dem eigenen Leben zurückgegriffen.

Schöner sterben in paris

Madame Loulou oder die Kunst des Überlebens

Frédéric Lenormand schreibt einen charmant-frechen Krimi aus dem Paris des Ersten Weltkriegs. Rezension von Barbara Hoppe Männer sind in der französischen Hauptstadt rar geworden. Der Erste Weltkrieg rafft sie in Massen hinweg, in Paris übernehmen die Frauen die Arbeitswelt. Als Kommissar Raymond Février seinen Einberufungsbescheid… Weiterlesen »Madame Loulou oder die Kunst des Überlebens

Fies: „Miese kleine Morde“ von Jussi Adler Olsen

Kurzrezension von Barbara Hoppe. „Langweiler“, hatte sie ihn genannt. Er, ein Langweiler! Es war dieses Wort seiner Ex-Frau, dieser Satz „Du bist so ein Langweiler, Lars, ich habe keinen Bock mehr auf dich“, der aus Lars Hvilling-Hansen einen Auftragsmörder werden ließ. Denn Lars muss zugeben:… Weiterlesen »Fies: „Miese kleine Morde“ von Jussi Adler Olsen

Literatur

Der 0. Fall von Maigret ist erstmals auf Deutsch erschienen. „Maigret im Haus der Unruhe“ ist vielleicht der beste.

Von Barbara Hoppe. Es ist die einzigartige Atmosphäre, die George Simenon mit nur wenigen Worten zu kreieren vermag. Eine Straße, eine Person, ein Hauseingang, ein Blick auf das Wetter und schon ist sie da, diese ganz besondere Stimmung, die einen Maigret-Roman so unverwechselbar macht und… Weiterlesen »Der 0. Fall von Maigret ist erstmals auf Deutsch erschienen. „Maigret im Haus der Unruhe“ ist vielleicht der beste.