Bayreuther Festspiele: Der vielfliegende Holländer

  In ihrem sechsten Jahr hat die konsequent systemkritische Inszenierung von Jan Philipp Gloger noch an Bedeutung gewonnen. John Lundgren gibt die Titelpartie als innerlich entleerter Manager. Christoph Hetzer spiegelt in seinem Bühnenbild unsere sinnlose Welt von Produktion und Konsum. Axel Kober leitet das zu allem entschlossene Festspielorchester. Und wieder ruft Richard Wagner uns zu: […]

Bayreuther Festspiele: “Die Meistersinger von Nürnberg” – Abgesang auf die Utopie bürgerlicher Kunst

  Richard Wagners Oper Die Meistersinger von Nürnberg ist ein Ding der Unmöglichkeit. Eine tragikomische Opernhandlung, die im sechzehnten Jahrhundert spielt, komponiert in komplexer und anspruchsvoller symphonischer Großform mit eingestreuten Liedern. Philippe Jordan, Musikdirektor der Pariser Oper, macht in Bayreuth das Unmögliche wahr. Die manieristisch-postmodern-pseudointellektuelle Inszenierung von Barrie Kosky trägt wenig zur Erkenntnis bei. Von […]

„La BETTLEROPERa“. Moritz Eggert mit einer radikalen Neuinterpretation des klassischen Stücks an der Neuköllner Oper

Bayreuther Festspiele: “Parsifal” – die ganz konkrete Erlösung

   Auch im dritten Jahr beweist der Bayreuther Parsifal in der Regie von Uwe Eric Laufenberg seine Resilienz. Der Regisseur überzeugt mit durchgreifendem künstlerischem Ernst und präziser Durcharbeitung. Am Pult steht dabei zum ersten Mal Semyon Bychkov, einer der besten Wagner-Dirigenten unserer Zeit. Um die zentrale Frage des Stücks drückt die Inszenierung sich freilich herum. […]

Bayreuther Festspiele: Blaue Stunde auf dem Grünen Hügel

Stephan Reimertz geht in den neuen Bayreuther Lohengrin, Anja Harteros verkörpert die zersplitterte Seele, Waltraud Meier steht von den Totgesagten auf, Tomasz Konieczny verleiht einem Verräter neue Größe, und Christian Thielemann erweist sich als der Wagner-Dirigent des posttechnischen Zeitalters. Die Tendenz zum Aufstieg der Musik und Abstieg der Regie in der Oper setzt sich auch […]

Festspiele im Feuilletonscout

Mit Cecilia Bartolis L’italiana in Algeri von den Salzburger Osterfestspielen und dem Parsifal von den Münchner Opernfestspielen mit dem Bühnenbild von Georg Baselitz hat der Feuilletonscout seine diesjährige Festspielberichterstattung eröffnet. Zahlreiche weitere Ereignisse stehen auf dem Programm. Von den Wagner-Festspielen berichten wir über die glanzvolle Wiederkehr von Waltraud Meier nach Bayreuth im Lohengrin und über […]

Sympátheia ist das Gebot der Stunde

  Die Münchner Opernfestspiele eröffnen mit Richard Wagners Bühnenweihfestspiel Parsifal, das der Komponist seine »letzte Karte« nannte. Georg Baselitz schuf das Bühnenbild, Jonas Kaufmann singt die Titelrolle, Kirill Petrenko leitet das Bayerische Staatsorchester. Die Aufführung lässt in ihrer emotionalen Wucht den Zuschauer mit vielen Fragen zurück. Von Stephan Reimertz. Schließen Sie die Augen und beantworten […]

Das Totenhaus ist höchst lebendig

  Fidel geht es in Frank Castorfs Münchner Neuinszenierung von Leoš Janáčeks Oper Aus einem Totenhaus zu. Den Bogen von Dostojewskij zum Archipel Gulag zu schlagen gelingt dem Regisseur und seinem Bühnenbildner Aleksandar Denić mit viel Härte und nicht wenig Humor. Von Stephan Reimertz. Die DDR bezeichnete sich gern als das bessere Deutschland. Auf fünf […]

Wir alle sind gezeichnet

Tomasz Konieczny, die grimmigste Wagnerstimme des Opernbetriebs, brilliert in München in den Gezeichneten von Franz Schreker. Diese Oper ist eine Herausforderung für Musiker und Zuhörer, findet Stephan Reimertz. Die Inszenierung von Krzysztof Warlikowski überzeugte ihn fast und erteilt nebenbei Nachhilfeunterricht in Design- und Filmgeschichte. Ich weiß nicht, ob der in Lodz geborene Tomasz Konieczny schon […]

Feuilletonscout Theater

Anja Silja endlich Herrin von Bayreuth

  In den beiden schönsten Rokoko-Theatern Deutschlands, dem Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth und dem Cuvilliéstheater in München, gibt Anja Silja die Wilhelmine von Bayreuth. Die Oper Artaserse von Johann Adolf Hasse dient als Vorlage für ein postmodernes Rokoko-Arrangement. Von Stephan Reimertz Wieviel besser wäre die deutsche Geschichte verlaufen, wenn die Mitglieder des Hauses Brandenburg sich aufs […]