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!Tipp: Duo Praxedis – das weltweit einzige Duo für Harfe und Klavier spielt in Meißen und Berlin.Praxedis Hug und Praxedis Geneviève Hug sind Mutter und Tochter und weltweit das einzige Duo für Harfe und Klavier. Ihre Konzerte sind purer Hörgenuss, ihr musikalisches Profil ist einmalig, ihr Einsatz, das Repertoire für diese Instrumentenkombination zur erweitern, beispielhaft innovativ. Im Herbst spielen sie erneut eine ihrer Auftragsarbeiten zeitgenössischer Musik. Und sie kommen auch nach Deutschland. Barbara Hoppe sprach mit Praxedis Geneviève Hug.

Feuilletonscout: Frau Hug, lassen Sie uns zunächst über die Uraufführung des Doppelkonzerts für Harfe und Klavier mit Orchester sprechen, das Sie bei Carl Rütti, einem zeitgenössischen Schweizer Komponisten, in Auftrag gegeben habe. Es ist das einzige Konzert in dieser Zusammensetzung neben dem von Elias Parish Alvars, einem englischen Harfenisten, der 1849 in Wien starb. Können Sie sich erklären, warum es so bisher nur ein einziges Stück für Harfe und Klavier gibt?
Praxedis Geneviève Hug:  Harfe & Klavier wurden damals von vornehmen Damen gespielt und standen als Instrumente meist in Königshäuser oder Villen der höheren Gesellschaft. Da der Transport von Harfe und von Klavier in dieser Zeit kaum möglich war, blieben die Instrumente an Ort und Stelle sodass sich das Publikum in die Salons begab und sich um die Instrumente herum arrangierte. Es enstanden Salon-Konzerte. Nur waren diese Salons zu klein für Orchester, deshalb schrieben Komponisten lediglich Werke für kleinere Kammermusikformationen, u.a. unzählige Duos für Harfe & Klavier. Bei Elias Parish-Alvars und Carl Czerny war es anders, die beiden bildeten ein fixes Duo und waren europaweit auf Reisen, so hatten Sie die Instrumente meist dabei (besonders Parish-Alvars, der durch seine Forschung auf dem Gebiet der Pedalharfe revolutionäre Fortschritte  mitentwickelte, und Konzertflügel gab es in den großen Konzertsälen) und konnten somit ohne weiteres die großen Konzerthäuser bereisen. Vermutlich enstand das Doppelkonzert zu diesem Zweck.

Feuilletonscout: Ist es das erste Mal, dass Sie mit Carl Rütti zusammenarbeiten? Wie kam es dazu?
Praxedis Geneviève Hug: Carl Rütti ist mein Onkel, der Bruder meiner Mutter, er ist Komponist, Pianist und Organist. Unsere erste CD haben wir ihm gewidmet, sie enthält für uns geschriebene Duo-und Solo-Werke. Schon lange war es unser Wunsch, ein zweites originales Doppelkonzert ins Repertoire aufzunehmen zu können und da uns seine Musik tief berührt und unglaublich gefällt, lag die Wahl naheliegend. „Zugersee“ ist ein Mix aus melodischer Moderne und Jazz, das Konzert beinhaltet Zuger Volksgeschichte, denn einige Sätze daraus sind inspiriert von der alten Zuger Sage „die Zuger Seejungfrau“ nach Hans Koch. Das 4-sätziges Werk ist von Farbenreichtum und Klangvielfalt kaum zu übertreffen, sensibel abgestimmt auf unsere Bedürfnisse, um die Balance zwischen Orchester und den beiden Solo-Instrumenten ausgewogen zu gestalten.

 

 

Feuilletonscout: Am 5. November spielen Sie die Komposition das erste Mal in der Öffentlichkeit. Was darf der Zuhörer erwarten? Und – sind Sie aufgeregt, wie die Reaktionen ausfallen werden?
Praxedis Geneviève Hug: Es wird ein großes Fest werden,  besonders da Carl Rütti lange Zeit in Ägeri, dort wo die Uraufführung stattfindet, wohnte und von Volk und Presse wie ein Star gefeiert wird. Vor ein paar Jahren verlieh man ihm den Zuger Kulturpreis. Auch meine Mutter ist in Zug aufgewachsen und mit ihrer Heimatstadt immer noch sehr verbunden.
Jede Uraufführung ist speziell und einzigartig, wie eine Premiere in einem Opernhaus. Da das Werk zum ersten Mal öffentlich aufgeführt wird, ist man total unvoreingenommen, sowohl Musiker wie Publikum, man setzt sich besonders ein und gibt sein Allerbestes. Meistens reift eine Interpretation jedoch mit dem Lauf der Zeit, somit wird die Uraufführung sicher nicht die „perfekte“ Aufführung, doch die Spannung der Musiker, des Publikums bietet weit mehr als Perfektion – eine Uraufführung ist einmalig und nicht wiederholbar.

Feuilletonscout: Sie spielen an dem Abend nicht nur Rütti. Nach welchen Kriterien haben Sie das Programm zusammengestellt?
Praxedis Geneviève Hug: Das Konzert findet im Rahmen des Jahresprogramms des Kammerorchesters Zuger Sinfonietta statt, der Intendant hat das Programm ausgewählt und unter den Titel „Carl Rütti im Norden“ gestellt.

Feuilletonscout: Nur zwei Wochen später spielen Sie in Deutschland, und zwar in der Mendelssohn-Remise in Berlin Werke von Mozart, Beethoven und Donizetti. Im Oktober waren Sie mit Tangos, die Sie eigens für Harfe und Klavier arrangiert haben, in Meißen. Sie sagten in einem früheren Gespräch, dass Sie fröhliche Musik mögen und dies auch dem Publikum mitgeben möchten. Was ist für Sie das Fröhliche in den Werken an dem Abend in Berlin?
Praxedis Geneviève Hug: Fröhlichkeit, Freude und Harmonie  sind unsere obersten Ziele. In der Remise spielen wir bekannte Melodien, es sind im ersten Teil Originalwerke von Harfenisten oder Pianisten der Romantik mit Themen aus verschiedenen Opern, im zweiten Teil einen Mix aus Originalwerken und eigens von uns arrangierten Werken. Einen besonderen Leckerbissen bietet das einzige Originalwerk für Harfe & Klavier von Felix Mendelssohn. Er schrieb Evening Bells als Dank an seinen Londoner Freund, welcher ihm offensichtlich Gastfreundschaft von mehreren Wochen schenkte. Da das Stück quasi unauffindbar war und nicht verlegt ist, schrieb ein Freund von Carl Rütti das Manuskript vor einigen Jahren in der British Library ab um es überhaupt aufführen zu können.

Feuilletonscout: Sie entwerfen Ihre Konzertkleider selbst und stimmen Sie auf das Konzertprogramm ab. Was fällt Ihnen spontan zur Mendelssohn Remise und Ihrem Programm dort kleidungstechnisch ein?
Praxedis Geneviève Hug: Es soll ein Outfit entstehen, welches für verschiedene Atmosphären und Klänge passt. Bei diesem breiten Spektrum an Werken wird die Stoffauswahl eher schlicht ausfallen, ebenso die ganze Gestaltung.

Feuilletonscout: Wenn Sie auf die kommenden Konzerte schauen – worauf freuen Sie sich am meisten?
Praxedis Geneviève Hug: Nach mehrmaliger Zusammenarbeit mit dem großartigen jungen Berliner Orchester  „Berliner Camerata“, freuen wir uns sehr am nächsten Osterfestival 2018 in Berlin und Zürich wieder als Solistinnen mit dabei sein zu dürfen.

Vielen Dank, Praxedis Geneviève Hug!

Die drei Konzerte:
Freitag, 20.10.2017, 19.30 Uhr
Museum der Porzellan-Manufaktur Meißen
Tangos for Two: Tangos von Astor Piazzolla und Pablo Ziegler
Sonntag, 05.11.2017, 17.00 Uhr
Ägeri/Zug
Ägerihalle
Uraufführung Doppelkonzert von Carl Rütti „Zugersee“
Duo Praxedis & Zuger SInfonietta
Freitag, 17.11.2017, 19.00 Uhr
Berlin, Mendelssohn-Remise
Klänge aus 277 Saiten
Werke von Mozart, Beethoven, Donizetti

Weitere Konzerttermine auf der Homepage der Künstlerinnen hier

 

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