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Erst wurde die Moderne-Sammlung wiedereröffnet, dann die alten Meister. Jetzt ist der dritte Teil der Erneuerung im Städel Museum in Frankfurt fertig gestellt: Die unterirdischen Hallen. Bekannt durch und reichlich bestückt mit Kunst aus sieben Jahrhunderten, darunter zahlreiche Meisterwerke wie von van Eyck, van Gogh, Vermeer, Rembrandt, Dürer, Beckmann, Monet und Kirchner, erweitert das Haus seine Sammlung mit Zeitgenössischem. Der 3000 qm große Bau der Frankfurter Architekten Schneider und Schumacher, der  sein Tageslicht durch Rundfenster erhält, die in den Rasen eingelassen sind, beherbergt seit Samstag Gegenwartskunst ab 1945, die überwiegend von Frankfurter Bankhäusern als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt wurden.

Zeit online konstatiert: „Keine Heldensäle, nicht die üblichen Zero-, Fluxus- und Pop-Art-Abhandlungen, nein, die Geschichte der Kunst ist widersprüchlicher, vielschichtiger verlaufen, als es uns die Museen meist glauben machen. […]Diese neue Kunst im Städel, und das unterscheidet sie tatsächlich von der alten, erzählt vor allem von ihrer eigenen Kunsthaftigkeit, davon, wie die Malerei sich am liebsten selbst zum Verschwinden brachte und am Ende doch alle Abstraktionskämpfe hinter sich ließ.“

Welt online kommentiert: „Der Neubau ist keinesfalls weithin erkennbar und prahlt auch nicht mit architektonischen Details, wie es in Frankfurt so manches Gebäude der postmodernen Ära tut. Viel mehr will er entdeckt werden und offenbart seine gesamte Raffinesse dem, der ihn bei einem Besuch in Augenschein nimmt.“

Süddeutsche online lobt die Hängung: „Es gibt weder Videokunst zu sehen, noch raumgreifende Installationen, zudem ignoriert die Auswahl auch alle Ansätze des 20. Jahrhunderts, den Werkbegriff außer Kraft zu setzen und das Tafelbild zu überwinden.
Stattdessen lässt das Städel die Gegenwart […] mit Positionen der klassischen Moderne wie Otto Freundlich und Laszlo Moholoy-Nagy beginnen, integriert dazwischen bemerkenswert aktuelle „Räumliche Brechungen“ und „Tafeln“ des Dresdners Hermann Glöckner aus den dreißiger bis siebziger Jahren und wartet mit einem ansehnlichen Ensemble präzise ausgewählter Bilder von Morellet, Fruhtrunk und Vasarely auf. Das ist ein überzeugender, gewiss nicht stromlinienförmiger Auftakt historisch gewordener, aktueller Kunst.“

Städel Museum Frankfurt
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten
Di, Fr–So 10.00–18.00 Uhr
Mi, Do 10.00–21.00 Uhr
Montags geschlossen

12 Euro / 10 Euro