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Rosanne van Sandwijk (Cybèle), Juan Sancho/Foto: Olaf Struck

Rosanne van Sandwijk (Cybèle), Juan Sancho/Foto: Olaf Struck

Er war der Hofkomponist von Ludwig XIV. und arbeitete mit Molière: Jean-Baptiste Lully (1632-1687). Lully komponierte und tanzte gleichermaßen und versetzte den Hof um den Sonnenkönig 1676 mit seiner Tragédie en Musique „Atys“, einem gewaltigen Spektakel aus Sprache, Gesang, Tanz und Maschinerien, in Erstaunen. Angeblich soll Ludwig XIV. selbst daran mitgeschrieben haben.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Atys liebt die schöne Sangaride, die König Célénus versprochen ist. Atys hingegen ist auch der Günstling der Göttin Cybele. Als sich Atys für seine Liebe entscheidet, übt Cybele grausam Rache. Sie gibt Atys dem Wahnsinn preis, sodass dieser seine Geliebte tötet. Er selbst wird von der Göttin in eine Pinie verwandelt, damit diese dem Geliebten auch weiterhin nah sein kann.

Das Opernballett von Lully war lange völlig unbekannt und erlebte eine Renaissance im Jahr 1987 in Paris, als die französische Barockoper neue Popularität erlangte.

Die nächste Aufführung heute, 3. Januar 2015 um 19.30 Uhr.
Weitere Termine: hier

Theater Kiel
Rathausplatz 4
24103 Kiel

Karola Sophia Schmid (Flore), Christoph Woo (Le Temps),Fiorella Hincapié (Melpomène)+Ensemble/Toto: Olaf Struck

Karola Sophia Schmid (Flore), Christoph Woo (Le Temps),Fiorella Hincapié (Melpomène)+Ensemble/Toto: Olaf Struck

kultiversum hält fest: „In sich ruhend und zu keiner Veräußerung ­gezwungen, können sich die Protagonisten auf den Gesang konzentrieren. Bewegung schafft zwischendurch vor allem das Ballett, das Lucinda Childs charakteristisch einbindet in ein Geschehen, das sich immer wieder ins Rezitativ verlagert. Von doppelten Continuo-Gruppen begleitet, entfalten darin die Sänger kraftvoll ihre Kunst. […]Das Premierenpublikum feierte denn auch «Atys» als ein Ereignis, wie man es nicht alle Tage erlebt.“

NDR 1 urteilt: „Die französische Barockoper kommt griechisch daher und bietet mit modernem Tanz zur zauberhaften Musik auch etwas für’s Auge.“

Financial Times online resümiert: „Atys is also extraordinarily beautiful, as the Theater Kiel’s ambitious new production demonstrates. The evening’s greatest asset is undoubtedly Argentinian conductor Rubén Dubrovsky, who makes the augmented Kiel orchestra sound convincingly like a period-instrument ensemble and paces the whole with grace and refinement […] For a well-rehearsed, sophisticated account of a ravishing score, it is worth making the pilgrimage to Kiel. Many larger houses do not come close to this standard of early music performance.”

Tickets bei Feuilletonscout über Eventim.

 

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