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Riccardo Chailly, Gewandhauskapellmeister in Leipzig, wurde in eine musikalische Familie hineingeboren. Sein Vater war der Komponist Luciano Chailly. Bereits mit 17 Jahren debütierte der Sohn in Mailand, vier Jahre später holte ihn Claudio Abbado als Assistent an die Mailänder Scala. Es folgten die großen Opernhäuser dieser Welt sowie viele Jahre der Posten des Chefdirigenten beim traditionsreichen Concertgebouw Orchestra in Amsterdam. Bruckner, Mahler, italienische Opern und die Standardklassiker gehören in das Repertoire des Italieners.

Für die jüngste Aufnahme der Brahms-Symphonien mit seinem Ensemble, dem Leipziger Gewandhausorchester, hat sich Chailly intensiv mit Brahms auseinandergesetzt, studierte Handschriften, Partituren und Uraufführungsfassungen sowie die Interpretation der Zweiten Symphonie von Felix Weingartner, die Brahms sehr schätzte.

Die ZEIT (49/2013) fasst zusammen: „In forschen, nicht aber gehetzten Tempi und im transparenten, ungemein farbigen Klang des Gewandhausorchesters geht einen Chaillys Brahms vielmehr so feurig, direkt und lebenssprühend an, wie man es selten erlebt. Hörbar wird, wie unauflöslich Expression und Konstruktion im Beziehungsgeflecht dieser Musik miteinander verknüpft sind.“

Spiegel online begeistert: „Chailly bringt buchstäblich jede Note, jede Phrase, jeden Spannungsbogen klar zum Klingen, entdeckt eigene Akzente. Und wenn Chailly und seine Gewandhaus-Musiker im Finale der zweiten Sinfonie auf das von Blechbläsern beglänzte Finale zusteuern, raubt es dem Hörer bis zum abschließenden Tutti-Schlag schier den Atem. Spannung, keine Hektik, so erhöht Chailly den Pulsschlag.“

br online lobt: „Ein lichtdurchfluteter Brahms ist das. Riccardo Chailly befreit die vier Symphonien von allen romantischen Bleigewichten, die ihnen eine lange Tradition im Laufe vieler Jahrzehnte angehängt hat.“

rbb Kulturradio hält fest: „Keine Frage, dass hier ein höchst idiomatischer, ja der beste unter den traditionellen Brahms-Zyklen der letzten Jahre entstanden ist.“

Brahms: Symphonien
Gewandhausorchester, Riccardo Chailly
(Decca)