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Nachdem bereits die ersten Bücher und Ausstellungen zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren die Kulturszene füllen, rückt nun ein zweites, sehr viel weiter entferntes historisches Ereignis in den Vordergrund: der 1200. Todestag von Karl dem Großen.

Am 28. Januar 814 starb der Herrscher des Fränkischen Reichs in Aachen. Viele Kriege führte Karl, der mit 1,90m im wahrsten Sinne des Wortes groß war. Über 30 Jahre zogen sich die Sachsenkriege hin, grausam und verlustreich. Karl der Große wollte die Christianisierung vorantreiben, was ihn nicht davon abhielt, mit zahlreichen Frauen zahlreiche Kinder zu zeugen. Gegen die Langobarden in Italien ging es, gegen die Mauren, gegen Bayern. Er sicherte die Grenzen und machte das Frankenreich zur Großmacht neben Byzanz und dem Abbasidenkalifat. Er modernisierte die Verwaltung, reformierte das Bildungswesen. Im Jahr 800 krönte ihn Papst Leo III. zum Kaiser.

Pünktlich zum Jubiläum liegt nun eine umfangreiche Biographie über den Herrscher vor. Johannes Fried, Mittelalterhistoriker in Frankfurt, fächert auf über 700 Seiten das Leben Karl des Großen auf.

Die ZEIT (5/2014) lobt: „Ohne Übertreibung darf man feststellen, dass dieses Buch zum Besten gehört, was die deutsche Geschichtswissenschaft in den vergangenen Jahrzehnten hervorgebracht hat. […] Fried […] ist ein glänzender Stilist – und er weiß, dass sein Buch »kein Roman, dennoch eine Fiktion« ist. […] Er hat aber auch diesmal wieder alles an Überlieferungen und Forschung zusammengetragen, um sein Bild Karls wissenschaftlich völlig plausibel zu präsentieren.“

Welt online ebenso: „Johannes Frieds Wissen ist atemberaubend. Nicht nur lauscht er den bekannten Quellen wie den Reichsannalen, Einhards Karlsvita oder dem römischen Liber pontificalis immer neue Bedeutungsnuancen ab. Er kennt auch entlegenste, von anderen Forschern kaum beachtete Dokumente, Inschriften, Fresken, die er heranzieht, um dem im Dunkel der Geschichte versunkenen Karl wenigstens blasse Konturen zu verleihen.“

Johannes Fried
Karl der Große
C.H.Beck Verlag, München 2013