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Isabel ist eine schöne Frau, aber nicht mehr schön genug, um modeln zu können oder als Schauspielerin noch interessanten Rollen angeboten zu bekommen. So hält sie sich mit Gelegenheitsdarstellungen über Wasser. Und sie beginnt, sich von dem, was einst ein „normales“ Leben war, zu verabschieden. Jenseits des hippen Berlin, wandelt sie auf den Pfaden der Obdachlosen, geht zur Armenspeisung, sucht in der Kleiderkammer nach gebrauchten Sachen, die sie weiterverschenkt, pflegt den Umgang mit Straßenmädchen. Der Liebe hat sie nach dem Liebesaus mit ihrem Freund abgeschworen, dem Sex auch. Schließlich trifft sie auf Marcus, einem traumatisierten Ex-Kosovo-Soldaten, der sich auf das Nötigste reduziert. Er hat Schreckliches erlebt und sucht die Balance, die Isabel verloren hat.

FAZ net konstatiert:“ Das Buch ist in einem Rigorismus geschrieben, der den geschilderten Ereignissen sprachlich immer näher kommt. […] Seine Sprache verknappt zu nennen wäre ein Euphemismus.“

Zeit online hält fest: „Aber die Sprache kocht. Und sie kocht tatsächlich zusammen, was immer Zaimoglu in den dampfenden Topf wirft, oder hält doch die Moleküle im gasförmigen Zustand so beweglich, dass jede Kombination denkbar erscheint.“

rbb Kulturradio meint: „Es ist ein Roman, der sich etwas traut, sowohl formal als auch inhaltlich, der erzählerisch konsequent bleibt, auch um den Preis der Gefälligkeit. Zaimoglu stellt mit Isabel unter Beweis, wie unlangweilig die deutsche Gegenwartsliteratur sein kann. Wie kraftvoll. Wie wenig angepasst.“

Spiegel online begeistert: „Feridun Zaimoglu schreibt in frostiger Sprache über zwei schockgefrostete Herzen. Ihm glückt ein großer Berlin-Roman: keine Migrantengeschichte, sondern eine Geschichte, in der ganz selbstverständlich Migranten auftauchen.“

Feridun Zaimoglu ist derzeit auf Lesereise:
heute, 25. März 2014, 20 Uhr im Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstr. 4, 70174 Stuttgart
26. März, 20 Uhr in der Buchhandlung Rombach, Bertholdstr. 28, Freiburg
alle Termine bis Oktober hier

Feridun Zaimoglu
Isabel
Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2014