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„Leben mit tausend Sternen“ von Beate und Olaf HofmannSchreiben Sie noch bis zum Sonntag, 17. September, 19 Uhr, über die Kommentarfunktion, warum Sie das Buch interessiert und gewinnen Sie eines von zwei Büchern. Es entscheidet das Los*.

Wieder ein bisschen Abenteuer in unseren Alltag bringen, Abwechslung von Alltagstrott? Die Lebens- und Auszeitexperten Beate und Olaf Hofmann haben keinen Ratgeber geschrieben, sondern ein Mut machendes Buch, mit nur einer kleinen Veränderung unser Leben facettenreicher zu machen und zu bereichern. Barbara Hoppe sprach mit den Autoren.

Feuilletonscout: Wann habt ihr das letzte Mal draußen übernachtet?
Beate und Olaf Hofmann: Im August während einer Wanderung im Schwarzwald. Wir lagen auf einer Bergkuppe, konnten in der Ferne die Lichter vom Rheintal sehen, über uns ein traumhafter klarer Sternenhimmel. Nur am Morgen fehlte dann das Wasser für einen Tee. Wir mussten 2 Stunden laufen bis zu einem kleinen See, um dann dort ins klare Nass zu springen und den Morgentee zu zelebrieren. Es fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen.

Feuilletonscout: Wie seid ihr eigentlich auf die Idee gekommen, im Freien zu übernachten?
Beate und Olaf Hofmann: Als Jugendliche haben wir natürlich oft draußen übernachtet, später auf Kanutouren in Schweden oder bei Treckingtouren. Wir dachten, das Draußenschlafen ist nur etwas für junge Leute oder Outdoorfreaks. Jetzt haben wir es wieder entdeckt und zwar nicht nur im Urlaub, sondern auch im Alltag. Ich (Beate, Anm. d. Red.) hatte die Idee dazu in einer Silvesternacht vor zwei Jahren. Aus der verrückten Idee wurde dann Wirklichkeit und seither ersetzt es uns die Abenteuer und Auszeiten auch jenseits vom Urlaub.

Feuilletonscout: Gibt es eine Art von Routine bei Übernachtungen im Freien?
Beate und Olaf Hofmann: Jede Nacht ist ein ganz eigenes Abenteuer. Routine gibt es aber inzwischen beim Packen des Rucksacks. Da müssen wir nicht mehr lange überlegen.

Beate und Olaf Hofmann

Feuilletonscout: Kann man den Draußen-Übernachtungen je überdrüssig werden?
Beate und Olaf Hofmann: So eine Nacht ist für uns etwas, was wir uns bewusst gönnen. Wir suchen den Zeitpunkt, den Platz und das Abenteuer gezielt aus. Daher kann jeder selbst steuern, wie oft er diesen Luxus, dieses Außergewöhnliche in seinem Leben braucht. Wer zu häufig hinausgeht, der macht es alltäglich und es verliert seinen Zauber. Aber das habe ich von noch niemandem gehört.

Feuilletonscout: Beate, du schreibst häufig, dass du ängstlich und besorgt bist. Hat sich das geändert?
Beate und Olaf Hofmann: Ja und nein. Geändert hat sich meine Beherztheit, mit der ich heute in solche Nächte gehe. Da ist kein großes Sorgen und Abwägen mehr. Ich weiß um den Gewinn dieser Zeiten für mein Leben. Gestiegen ist auch mein Selbstvertrauen in solchen Situationen. Ich kann es inzwischen genießen. Allerdings würde ich auch jetzt nicht allein im Wald übernachten und das Gute daran ist, es ist auch nicht nötig. Sollte es allerdings aus irgendeinem Notfall nötig sein, dann fühle ich mich bestens vorbereitet.

Feuilletonscout: Ganz anders Olaf. Warst du wirklich immer so zuversichtlich und angstfrei?
Beate und Olaf Hofmann: Ja. Schon als Kind bin ich gerne allein durch den Wald gestromert und als mir klar wurde, dass andere bei Dunkelheit genauso schlecht sehen wie ich, habe ich die Dunkelheit als Freundin akzeptiert. Ich traue draußen meinen Sinnen und meiner Intuition. Es liegt ein Reiz darin, sich neu zu orientieren und zu fokussieren. Mich trägt ein großes Urvertrauen, für das ich dankbar bin.

Feuilletonscout: Immer wieder schildert ihr den tiefen Frieden und den Dank, den ihr bei euren Abenteuern empfindet. Rettet ihr davon etwas in euren Alltag?
Beate und Olaf Hofmann:  Momente, in denen du bei dir selbst ankommst und tief zufrieden bist, sind Sternenmomente. Ja, wir tragen sie hinein in unseren Alltag. Es stellt sich dann ein Vertrauen, eine Gelassenheit und innere Freude ein, die sich wie ein roter Faden durch das Leben zieht. Irgendwann verflüchtigt sich die Erinnerung und du wirst ungewollt wieder zum Hamster im Rädchen. Das ist der Zeitpunkt, wo wir sagen: Lass uns geh´n. Einfach raus!

Beate und Olaf HofmanFeuilletonscout: Was war das Schönste, das ihr bei euren Nächten im Freien erlebt habt?
Beate und Olaf Hofmann:  Olaf erinnert sich am liebsten an die Aprilnacht. Die Blätter waren noch nicht raus, der Himmel voller Sterne und es war ordentlich kalt. Am nächsten Morgen glitzerten in den ersten Sonnenstrahlen die Eiskristalle auf dem Schlafsack wie tausend Perlen und die Vögel zwitscherten ohrenbetäubend. Das war unwirklich schön.
Beate fand die Nacht im September perfekt. Es war mild, sternenklar und wir hatten in dem Naturcamp im Schwarzwald nicht nur unsere allerliebsten Menschen mit dabei, sondern auch die Möglichkeit am knisternden Feuer zu liegen. Offenes Feuer ist im Wald ein Luxus, der nur an ganz wenigen Plätzen möglich ist.

Feuilletonscout: Und was das Schlimmste?
Beate und Olaf Hofmann:  Es gab keine wirklich dramatischen Momente. Unerquicklich sind kalte Füße in der Nacht, ein feuchter Schlafsack und dass die Winternächte gefühlt unendlich lang sind. Keiner von uns braucht zwölf Stunden Schlaf. Doch draußen ist es dunkel und klirrend kalt. Also bleibst du im Schlafsack.

Feuilletonscout: Was ratet ihr denjenigen, die nicht ins Freie wollen – weil sie Angst haben oder aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht können. Wie sollen sie sich ihre Auszeit holen?
Beate und Olaf Hofmann: Wir raten, nicht zu jammern über das, was nicht geht, sondern zu tun, was möglich ist. Eine Terrasse, der Dachgarten, die Hängematte im Garten von Freunden… es ist so viel mehr möglich, als wir normalerweise wagen. Wir wollen dazu anregen, eine Spur neugieriger und wilder zu leben und die Natur dazu als Umfeld zu nutzen. Das ist immer möglich, vorausgesetzt, du hast Lust dazu und den Mut, den ersten Schritt zu wagen. Das Glück liegt näher als gedacht. Oftmals direkt vor der Haustür.

Vielen Dank für das Gespräch, Beate und Olaf Hofmann!

Beate und Olaf Hofmann
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*Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.