Ein Moment mit …dem luxemburgischen Pianisten Romain Nosbaum

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Ein Moment mit ...dem luxemburgischen Pianisten Romain Nosbaum„Romain Nosbaum ist ein großartiger Pianist mit einem frischen, modernen Touch“. So schrieb kürzlich Izidor Mendas über das aktuelle Album „Encores“ des luxemburgischen Pianisten, der die Musik für sich sprechen lässt, nicht zu viel hinzugibt und ebenso wenig wegnimmt, so Mendas weiter. Mit dem Feuilletonscout sprach Romain Nosbaum über sein Spiel. Von Barbara Hoppe

Feuilletonscout: Sie selbst beschreiben sich als Individualisten unter den Pianisten Ihrer Generationen. Wie darf man das verstehen?
Romain Nosbaum: Vielleicht ist es deswegen, weil ich immer gerne neue musikalische Wege gehe und nicht die Wege eines üblichen klassischen Musikers. Ich finde jeder Mensch sollte Zugang zur klassischen Musik haben, es liegt an uns Musikern diese „Ghettoisierung“ der klassischen Musik zu verhindern.

Feuilletonscout: Der Schwerpunkt Ihres Spiels liegt auf romantischer Klavierliteratur und zeitgenössischen Komponisten. Inspirieren Sie diese zwei musikalischen Pole, die auf der Zeitleiste ja doch ein ganzes Stück auseinanderliegen bzw. inspirieren sie sich gegenseitig?
Romain Nosbaum: Für mich besteht Musik mehrheitlich aus Emotionen und Klang. Ich finde, die Differenzierung des Klanges, deren Farben sehr wichtig. Deswegen liebe ich die Epoche der Romantik und natürlich alles was danach kommt

Feuilletonscout: Ein Kollege von mir beschrieb Ihre aktuelle CD „Encores“ als ein „sehr vielfältiges und unglaublich facettenreiches Programm“ und nannte die Stücke darauf „Petitessen“. Aus welchem Gedanken heraus ist das Album entstanden? Wie haben Sie (oder warum haben Sie) die Stücke ausgewählt, die ja ein weites Spektrum – von Debussy bis Takemitsu – umfassen?
Romain Nosbaum: Die Auswahl der Werke der CD ist schon durchdacht. Mal sind sie tonartlich verbunden, mal strukturell. Bach passte hier auch nur mit einer Transkription in das Programm, so dass es eher ein „romantischer“ Bach wurde. Genauso wie Luciano Berio mit seinem Wasserklavier, das einzig tonale Stück von ihm, das sehr gut  zu Debussy und dem darauffolgendem Glass passt.
Encores heißt ja Zugaben, und diese Freiheit des „AfterKonzert“  wollte ich haben, sowohl in den Werken als auch Epochen der Werke.

 

 

Feuilletonscout: Sie sind vielfältig tätig. So treten Sie nicht nur solo auf, sondern beispielsweise auch als Liedbegleitung Ihrer Schwester Véronique, spielen im Random Trio gemeinsam mit Flöte und Violoncello, begleiten interdisziplinäre Projekte. Was macht Ihnen am meisten Spaß? Oder benötigen Sie alles, um immer wieder neu inspiriert zu werden?
Romain Nosbaum: Ich habe Kammermusik unheimlich gern, arbeite aber auch sehr gern mit Schauspielern wie beim Nijinsky Projekt mit Christian Berkel, oder auch mit Tänzern. Liedbegleitung finde Ich fantastisch. Das Klavier der Stimme anzupassen ist faszinierend…

Feuilletonscout: Haben Sie einen musikalischen Traum?
Romain Nosbaum: Sehr gute Frage. Ich denke, mein Traum wäre es, in Ländern zu spielen wo die klassische Musik nicht eine Tradition ist, und man den Leuten die Möglichkeit geben kann “unsere Musik“ kennenzulernen.

Feuilletonscout: Was sollen die Menschen von Ihrer Musik in Erinnerung behalten?
Romain Nosbaum: Wenn die Leute direkt von der Arbeit ins Konzert gehen und die Sorgen des  Alltags durch die Musik für einige Momente vergessen können, dann habe ich schon einiges erreicht, denke ich.

Feuilletonscout: Wie sind Ihre nächsten Pläne?
Romain Nosbaum: Ab Februar  stehen ein paar Konzerte an, u.a. in Luxemburg und Prag. Im Sommer gibt es eine Aufnahme und im Herbst noch eine weitere, dann etwas Zeitgenössisches, sowie eine Reihe Konzerte.

Vielen Dank, Romain Nosbaum!

Romain Nosbaum
Encores
Ars Production, 2017
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