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Es war das Großereignis des Mittelalters: Von 1414 bis 1418 fand in Konstanz das 16. ökomenische Konzil statt. Es sollte den unhaltbaren Zustand von drei Päpsten – einer in Avignon, einer in Rom, einer in Pisa – beenden.

Ausgewählt wurde Konstanz, weil die Stadt nicht nur Bischofssitz war, sondern auch ausreichend Herbergen besaß und die Speisen nicht zu teuer waren. Konstanz wuppte seine Aufgabe ausgezeichnet: Nur 6.000 Einwohner standen 72.000 Gästen gegenüber. 700 Dirnen verdingten sich während der vier Jahre, 73 Geldwechsler, 230 Bäcker, 70 Wirte, 225 Schneider und 310 Barbiere rekrutierte die Stadt zur Verstärkung. Auch Hinrichtungen fanden statt: Johannes Hus und Hyronimus von Prag verloren ihr Leben auf dem Scheiterhaufen.

Wurden die Vorbereitungen des Kongresses noch in Kirchen, im Kloster und den dazugehörigen Gebäuden durchgeführt, fand die Wahl im ansässigen Kaufhaus statt, in dessen oberen Etagen eigens Wahlzellen eingebaut und Fenster zugemauert wurden. Während unten die Waren lagerten, wurde oben Geschichte geschrieben. Es war die einzige Papstwahl, die je auf deutschem Boden stattfand.

Am Ende traten zwei Päpste zurück, einer floh und schließlich hatte die christliche Welt einen Papst Martin V., ehemals Kardinal Otto von Colonna. Seit diesem Tag heißt das Kaufhaus „Konzil“.

 

Inzwischen ist das Haus grundlegend renoviert und in ein Fest- und Tagungsgebäude umgewandelt. Anlässlich des 600. Jubiläums des Konzils feiert die Stadt das mittelalterliche Großereignis gebührend.

Neben ganzjährigen Festlichkeiten erwartet den Besucher im Konstanzer Konzilgebäude eine umfangreiche Ausstellung.

Süddeutsche online hält fest: „Die großartige Ausstellung des Badischen Landesmuseums geht jedoch weit über dieses historische Politikum hinaus, sie leuchtet die wesentlich vielfältigeren Facetten dieser Kirchenversammlung ebenso aus, wie sie dem Geist der Zeit nachspürt. Es war, wie der Untertitel sagt, ein „Weltereignis des Mittelalters“, mit allem, was dazugehört.“

Welt online fasst zusammen: „Die Konstanzer Ausstellung ist als Parcours durch fünf Jahre, vier Päpste und diverse weitere Protagonisten angelegt. Sie lädt dazu ein, den Kirchenkongress des ausgehenden Mittelalters als Schlüsselereignis von europäischer Tragweite nachzuvollziehen. Konklavezellen mit schweren Vorhängen und ein Haufen konfiszierter Handys übersetzen die Idee der Kommunikationsklausur ins dingsymbolisch Triviale.“

„Das Konstanzer Konzil – Weltereignis des Mittelalters 1414 – 1418“. Ausstellung in Konstanz

Das Konstanzer Konzil – Weltereignis des Mittelalters 1414 – 1418
Ausstellung noch bis zum 21. September 2014
Das Konstanzer Konzil_Gesamtprogramm zum Download

Konzilgebäude
Hafenstraße 2
78462 Konstanz

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, Feiertage: 10-18 Uhr
Freitag: 10-21 Uhr
Montag: geschlossen

10 Euro / 7 Euro