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„Lebenslauf“ ist der schlichte Titel der Autobiographie von Alice Schwarzer. Und sie erzählt: Von ihrer Kindheit mit der alleinerziehenden, gefühlsarmen Mutter, der politisierten Großmutter und dem liebevollen Großvater. Davon, wie sie für Elvis Presley schwärmte. Erzählt von der ersten Liebe, dem ersten Mal und wie sie mit ihrer Mädchenclique umherzog. Sie berichtet von ihren Reisen und schwärmt von Paris. Es sind vor allem die ersten 35 Jahren ihres Lebens, bis sie 1977 die Frauenzeitschrift „Emma“ gründet, die in dieser Autobiographie zum Tragen kommen. Doch auch die schwierigen Zeiten spart sie nicht aus, als sie angegriffen und diffamiert wurde, nachdem sie ihr Buch „Der kleine Unterschied“ veröffentlicht hatte.

Begleitet wird jede der 15 Kapitel von Bildern aus dem Privatarchive der Autorin. „Es sind diese Seiten, die einen besondern Sog ausüben“, schreibt Zeit online. Und fasst zusammen: „Lesenswert ist dieses Buch […] auch, weil man aus der Innensicht noch einiges mehr erfährt über die verschiedenen Stationen ihrer Geschichte, die sich manchmal liest wie ein unwahrscheinlicher Entwicklungsroman. Wie es war, im Deutschland der Fünfziger eine junge Frau gewesen zu sein, und wie viele andere Wendungen Schwarzers Leben hätte nehmen können oder statistischer Wahrscheinlichkeit zufolge hätte nehmen müssen – ohne Abitur, vor der Erfindung der Pille –, darüber erfährt man hier einiges.“

FAZ net begeistert: „Fünfzehn glänzende Kapitel: ein getupftes Bild der Bundesrepublik und vom Paris der fünfziger bis siebziger Jahre. Eine Geschichte der beginnenden französischen und der westdeutschen, dann deutsch-deutschen Frauenbewegung. Eine berufs- und geschlechtersoziologische Studie. Das alles macht den biographischen Rückblick von Alice Schwarzer so unbedingt lesenswert.“

Alice Schwarzer:
Lebenslauf
Kiepenheuer&Witsch
Köln 2011

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