Autobiographie

Literatur

Querarsch, Du! – Versuch einer Aussöhnung

  Von Carsten Schmidt. So dachte ich, so hörte ich, so wurde’s mir immer gesagt: Biermann? Das ist so ein Querarsch. Einer, der immer stänkern muss, ein ewiger Querulant. Und dann sah ich Dich mal in Rostock bei einer Lesung, Du wirst Dich erinnern. 2004, ich in der 18. Reihe, rote Jacke! Gerade hatte Dich Wiglaf… Weiterlesen »Querarsch, Du! – Versuch einer Aussöhnung

“persönlich werden, ohne privat zu sein.“ Gregor Gysis nüchterner Lebensbericht

Von Carsten Schmidt Es gibt kaum eine politische Persönlichkeit, die so intensiv, aber auch polarisierend in den letzten 20 Jahren die Talk-Shows belebte, öffentliche Debatten hoch eloquent geprägt oder Bundestagsreden erfrischend gemacht hat. Gregor Gysi hat sich seit der Wendezeit bereits in mehr als zwölf Büchern als Zeitzeuge geäußert und Anekdoten zum Besten gegeben. Nun gibt… Weiterlesen »“persönlich werden, ohne privat zu sein.“ Gregor Gysis nüchterner Lebensbericht

Tief, sensibel und kafkaesk - Bettina Spoerris Roman „Herzvirus“

Tief, sensibel und kafkaesk – Bettina Spoerris Roman „Herzvirus“

Von Carsten Schmidt Eines der schwierigsten Dinge auf der Ebene Mensch zu Mensch ist es, das Innenleben und die Kämpfe in einer Person darzustellen und sie einem Mitmenschen, geschweige denn einem großen Publikum verständlich zu vermitteln. Wiesen, Brandungen, rauschende Bälle, Schneegestöber, all das ist wunderbar beschrieben worden – doch wie kann man Lesern Gefühle und… Weiterlesen »Tief, sensibel und kafkaesk – Bettina Spoerris Roman „Herzvirus“

Zum ersten, zum zweiten, und gedruckt. Ijoma Mangolds Geschichte - ausgewalzt wie Plätzchenmürbeteig

Zum ersten, zum zweiten, und gedruckt. Ijoma Mangolds Geschichte – ausgewalzt wie Plätzchenmürbeteig

Von Carsten Schmidt Ein Junge in Heidelberg wächst behütet Anfang der 1970er auf. Behütet von der Mutter, die Kinder- und Jugendtherapeutin ist, der Vater ist nach Aussage der Mutter in seine Heimat Nigeria zurückgekehrt, als der Junge zwei Jahre alt war – und beide Seiten hätten das für gut befunden. So wächst der kleine Ijoma… Weiterlesen »Zum ersten, zum zweiten, und gedruckt. Ijoma Mangolds Geschichte – ausgewalzt wie Plätzchenmürbeteig

Zum 70. Geburtstag von Marina Abramović erscheint ihre Autobiographie „Durch Mauern gehen“

Zum 70. Geburtstag von Marina Abramović erscheint ihre Autobiographie „Durch Mauern gehen“

  Mit ihrer Kunst provozierte sie zeitlebens. Nun wird Marina Abramović 70 Jahre alt – und blickt zurück auf sieben Jahrzehnte, in denen sie es in weltberühmte Museen wie die Tate Modern, das Guggenheim Museum, das Centre Pompidou und den Hamburger Bahnhof in Berlin schaffte. Am Anfang ihrer Karriere standen vor allem Aufsehen erregende Performances:… Weiterlesen »Zum 70. Geburtstag von Marina Abramović erscheint ihre Autobiographie „Durch Mauern gehen“

John le Carré „Der Taubentunnel“. Die Autobiographie vom Meister des Agententhrillers.

John le Carré „Der Taubentunnel“. Die Autobiographie vom Meister des Agententhrillers.

  Er war selbst Agent, spionierte, verhörte Überläufer und arbeitete für den MI6 in Bonn und Hamburg, bevor er 1964 den Dienst quittierte und als Schriftsteller Karriere machte: John le Carré, bürgerlich David John Moore Cornwell, der am 19. Oktober 85 Jahre alt wird. „Der Spion, der aus der Kälte kam“ brachte den Durchbruch, dabei… Weiterlesen »John le Carré „Der Taubentunnel“. Die Autobiographie vom Meister des Agententhrillers.

Literatur: Bruce Springsteen legt seine Autobiographie vor: „Born to run“

Literatur: Bruce Springsteen legt seine Autobiographie vor „Born to run“

  „The Boss“. Ausdruck des amerikanischen Traums. Die Stimme Amerikas, Urmusik eines Landes, das in der Tradition des rauen, wilden Westens steht. Ein Mann, der nach dem 11. September 2001 den USA Halt gab, in dem er die Hymne zur Katastrophe sang: Bruce Springsteen. Aus einfachen Verhältnissen stammend, war es die Rockmusik, die dem Jungen… Weiterlesen »Literatur: Bruce Springsteen legt seine Autobiographie vor „Born to run“

Feuilletonscout empfiehlt ...“Die Menschheit hat den Verstand verloren.“ Die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren

!Tipp: “Die Menschheit hat den Verstand verloren.“ Die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren

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Feuilletonscout – Rezension

Feuilletonscout empfiehlt ...“Die Menschheit hat den Verstand verloren.“ Die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren

Coverabbildung © Ullstein Verlag

Dieses Buch ist eine Entdeckung. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Dabei sind es eigentlich „nur“ Tagebücher. Aber sie entstanden nicht irgendwann, sondern sie decken die Kriegsjahre von 1939 bis 1945 ab. Und die Autorin heißt Astrid Lindgren.

Mit den Worten „Oh! Heute hat der Krieg begonnen“ beginnt die großartige Kinderbuchautorin ihre Aufzeichnungen am 1. September 1939. Silvester 1945 schließen sie mit den guten Wünschen „Ich wünsche mir selber ein gutes neues Jahr! Mir und den Meinen! Und möglichst auch der ganzen Welt, aber das ist vermutlich zu viel verlangt. Doch selbst wenn es vielleicht kein gutes neues Jahr werden kann, wird es vielleicht ein besseres neues Jahr“. Zwischen diesen beiden Einträgen liegen Jahre des Krieges, in denen Schweden wie eine Insel der Glückseligen vom Schlimmsten verschont bleibt. Zwar gab es auch hier Einschränkungen und Lebensmittelrationierungen, aber Astrid Lindgren kann es selbst kaum begreifen, dass es den Schweden trotz des europäischen Flächenbrandes verhältnismäßig gut geht. Ihr Mann, Sture, macht sogar Karriere, sodass sich die Familie den Umzug in eine größere Wohnung leisten kann.

Schwedisches Familienleben…

Als Astrid Lindgren anfing, ihre Kriegstagebücher zu schreiben, arbeitete sie Weiterlesen »!Tipp: “Die Menschheit hat den Verstand verloren.“ Die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren

Literatur: Die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren

Literatur: Die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren

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Literatur: Die Kriegstagebücher von Astrid LindgrenPippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Kalle Blomquist, Lotta, Karlsson vom Dach, die Kinder aus Bullerbü, Madita – für ihre Kinderbücher ist Astrid Lindgren weltberühmt. Die selbstbewusste Autorin, die den Vater ihres ersten Kindes (im Jahr 1926) nicht heiraten wollte, war fest entschlossen, ihren Sohn alleine groß zu ziehen. Dass sie ihn zunächst in einer Pflegefamilie unterbrachte, entsprach zwar nicht ganz diesem hehren Ziel, literarisch war es allerdings ein Glücksfall, gilt das Bild des einsamen, verlassenen kleinen Jungen doch immer wieder als Vorlage für die Kinder in ihren Romanen. Doch bis zu ihrem ersten Kinderbuch sollte es noch eine Weile dauern: 1931 heiratete sie doch noch (einen anderen Mann), holte den inzwischen fünfjährigen Sohn Lasse zu sich und ließ sich bis 1944 Zeit, um ihr erstes Kinderbuch, „Britt-Marie erleichtert ihr Herz“ zu schreiben.Weiterlesen »Literatur: Die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren

Literatur: „Als die Karpfen fliegen lernten“ von Xifan Yang

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Literatur: „Als die Karpfen fliegen lernten“ von Xifan YangHeute ist Herr Peng sehr alt. So um die 80. Aber das war natürlich nicht immer so. Als er noch jung war, schrieb er in sein Tagebuch, was er dachte. Und das brachte ihm Zwangsarbeit auf einem Berg ein, die er mit Hilfe selbstkomponierter Musik überstand. Irgendwann war er wieder in Freiheit. Die Jahrzehnte seines Lebens umfassen die Zeitspanne von Maos Herrschaft über die Öffnung unter Deng Xiaoping bis hin zur Gegenwart, in der Herr Peng in hohem Alter fast noch in Chinas größter Castingshow gelandet wäre.

Xifan Yang ist die Enkelin von Herrn Peng. Die wechselvolle Geschichte ihres Großvaters, aber auch die ihrer Eltern, Onkel und Tanten, einer ganz normalen chinesischen Weiterlesen »Literatur: „Als die Karpfen fliegen lernten“ von Xifan Yang

Literatur: Peter Wawerzinek “Rabenliebe”

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Literatur: Peter Wawerzinek "Rabenliebe"Warum hatte ihn damals seine Mutter in der DDR zurückgelassen, als sie in den Westen floh? 50 Jahre lang quälte Peter Wawerzinek diese Frage. Sie ließ ihn und seine Schwester in einer Rostocker Wohnung zurück, wo die verwahrlosten Kinder von Nachbarn gefunden wurden. Der kleine Junge wusste lange nichts von seiner Schwester. Stattdessen begann für ihn eine Odyssee durch Kinderheime und Pflegefamilien, bis ihn schließlich eine Lehrerfamilie adoptierte. Aber auch hier erlebte er nur Kälte und Distanz. Eine geplante Flucht als NVA-Soldat brach er im letzten Moment ab. Erst nach der Wende kann er seine leibliche Mutter in Baden-Württemberg ausfindig machen. Die Begegnung mit ihr und seinen acht Halbgeschwistern verläuft enttäuschend und bleibt die einzige.

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Literatur: Jacques Decour "Philisterburg"

Literatur: Jacques Decour “Philisterburg”

Als Daniel Decourdemanche 1930 nach Magdeburg kommt, ist er 20 Jahre alt, Austauschlehrer für Französisch und ein großer Verehrer von Goethe und Heine. Was er vorfindet, ist keine Stadt wie Berlin oder Leipzig, aber dennoch nähert er sich seiner Heimat auf Zeit mit genug Neugier, um der Desillusionierung ob der deutschen Provinz entgegenzuwirken. In Tagebuchform… Weiterlesen »Literatur: Jacques Decour “Philisterburg”

Literatur und Lesung: Marianne Birthler “Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben. Erinnerungen.”

Das Leben von Marianne Birthler, geboren 1948 in Berlin Friedrichshain, hat viele Wendungen erfahren. Und dass sie eines Tages als Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik im Jahr 2011 ihre berufliche Karriere in einem wiedervereinten Deutschland beschließen wird, hat sie sich sicher nicht träumen lassen, als sie schon früh in… Weiterlesen »Literatur und Lesung: Marianne Birthler “Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben. Erinnerungen.”