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Treffpunkt Kunst: Die Galerie Olymp in EuropaCity

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In Berlin hat eine neue Galerie eröffnet. Das Besondere: Sie liegt in der Europacity, ein ganz neu entstandenes Wohn- und Arbeitsviertel nördlich des Berliner Hauptbahnhofs. Lange war hier Brachland, nun erwacht das Viertel zum Leben. Feuilletonscout sprach mit den der Galeristin und der Kuratorin der Galerie Olymp.

Feuilletonscout: Ihre Galerie ist noch ganz jung. Die Eröffnung war erst im September. Wie kam es zu der Entscheidung, eine Galerie in Berlin zu eröffnen?
Galerie Olymp: Es gibt eine kleine Geschichte dahinter: Unsere Firma Athena Consulting GmbH, zu der die Galerie Olymp gehört, war seit 2017 als beauftragte Maklerfirma für das Immobilienprojekt The One am Otto-Weidt-Platz tätig. Wir haben die Entwicklung des Platzes von Anfangen an begleitet und unser Büro war das erste Geschäft, das Ende 2020 auf dem Platz eröffnete. Wir haben erlebt, wie sich der Platz nach und nach mit Menschen und sich ansiedelnden Unternehmen gefüllt hat .
Wie alle Anwohner wollten auch wir einen interessanten und innovativen Gewerbemix am Otto-Weidt-Platz. Aus Liebe zur Kunst und Kultur gingen wir davon aus, dass eine Kultureinrichtung das Leben der Bewohner in 3.000 Wohnungen und 16.500 Arbeitsplätze hier in der EuropaCity bereichern kann. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir mit unserer Galerie das Erscheinungsbild des Otto-Weidt-Platzes mitgestalten können und die Galerie Olymp als Treffpunkt für Kunst, Musik und andere kulturelle Veranstaltungen für Mitmenschen anbieten können.

Galerieraum vor der Eröffnung / (c) Galerie Olymp, Fotograf : Igor Horst

Feuilletonscout: Sie sind mitten in der neu entstandenen EuropaCity, direkt hinter dem Hauptbahnhof. Wie ist die Kunst-Atmosphäre dort? Muss man besonders aktiv sein, um wahrgenommen zu werden bzw. an diesem Ort wahrgenommen zu werden? Berlin hat ja in Sachen Kunst so einiges zu bieten.
Galerie Olymp: Die Galerie Olymp befindet sich am Otto-Weidt-Platz im Herzen der neu entstandenen Europacity im Zentrum Berlins. In fußläufiger Nähe der Galerie ist das zur Nationalgalerie gehörende Museum für Gegenwartskunst – Hamburger Bahnhof beheimatet. Dies trägt auch zur künstlerischen Atmosphäre des Gebiets bei.  Die EuropaCity besteht hauptsächlich aus großen Büro- und Wohngebäuden. Die Umgebung ist sehr lebendig und kosmopolitisch. Unsere Galerie ist die erste kulturelle und künstlerische Einrichtung in diesem neuen Gebiet. Im ersten Monat nach der Eröffnung hat es von vielen Menschen aus der Nachbarschaft und Büroangestellten große Aufmerksamkeit und positive Resonanz erfahren. Obwohl Berlin schon eine große Vielfalt an Kunst und Kultur zu bieten hat, möchten wir dazu beitragen, dass die Öffentlichkeit mehr zeitgenössische Kunst zu sehen bekommt, besonders in diesem neu entstandenen Stadtteil EuropaCity. Künftig ist geplant, alle 4-8 Wochen eine neue Ausstellung zu zeigen. Während der Ausstellung gibt es Künstlergespräche, Workshops, kleine Konzerte, Mini-Kunstmärkte sowie kommerzielle kunstbezogene Events und gemeinnützige Aktionen. Durch die Ausstellungen und die Veranstaltungen, die während der Ausstellung stattfinden werden, hoffen wir, ein größeres Publikum zu erreichen.

Feuilletonscout: Wie ist die Ausrichtung der Galerie?
Galerie Olymp: Die Galerie arbeitet sowohl mit eigenen als auch externen Kuratoren und konzentriert sich auf Gegenwartskunst mit dem Schwerpunkt Malerei. Ziel ist es, herausragende junge akademische Künstler zu entdecken, zu unterstützen und zu fördern, eine Plattform für Künstler und Öffentlichkeit für den Austausch innovativer Ideen bereit zu stellen sowie einen stabilen Sammlerkreis von privaten und öffentlichen Personen und Institutionen aufzubauen. Das bedeutet nicht, dass wir keine erfahrenen Künstler ausstellen. Wir heißen alle Künstler willkommen, die unseren Zielsetzungen entsprechen.

Feuilletonscout: Die erste Ausstellung war eine Duale Solo-Ausstellung mit Werken von Manfred Dörner (Maler) und Werner Bauer (Fotograf) unter dem Titel „Pinsel & Pixel“. Wie war das Feedback?
Galerie Olymp: Die erste Ausstellung war eine sehr experimentale Ausstellung, die aber bei den Besuchern sehr gut angekommen ist. Es war eine Begegnung zwischen traditioneller Malerei und der Kunst der neuen Medien.
Diese beiden unterschiedlichen Kunstformen wurden auf harmonische Weise miteinander kombiniert. Viele Besucher fragen nach den Gemälden von Herrn Dörner. Allerdings waren viele der jüngeren Besucher tatsächlich von der Pixelkunst fasziniert. Wir haben deshalb zur Halbzeit der Ausstellung einen Artist-Talk für die Interessierten organisiert, so dass die Öffentlichkeit mehr über dieses neue Medium erfahren konnte. Das Künstlergespräch wurde vom Publikum dankbar angenommen. Wir werden in Zukunft noch mehr solcher Veranstaltungen in der Galerie anbieten.

Walter Yu  mit der Galeristin Jiao You und der Kuratorin Meng Schmidt-Yin / (c) Galerie Olymp, Fotograf : Igor Horst

Feuilletonscout: Welche Ausstellung läuft zurzeit?
Galerie Olymp: Am 11.11. haben wir eine neue Ausstellung in der Galerie eröffnet. Das ist eine Solo-Ausstellung mit dem Titel „Lichtwanderung“.  Der Künstler Walter Yu ist in Peking geboren und lebt aber seit 16 Jahren in Berlin. Nach dem Studium an der Universität der Künste Berlin hat er 2017 noch eine Meisterklasse bei Prof. Valérie Favre absolviert. Zwischenzeitlich hat er mehrere Kunstprojekte durchgeführt und Preise gewonnen.
Die in dieser Ausstellung gezeigten Werke sind seine neuen Werkeserien. In diesen Werken findet man deutliche Spuren der chinesischen Literatenmalerei. Die Konzeption der chinesischen Literaten-Landschaftsmalerei ist eine spirituelle Reise, bei der der Maler mit der Natur in Einklang kommt, was auch als geistliche Reise angesehen werden kann. Der Wanderer streift durch die Landschaft und wird eins mit allen Wesen des Himmels und der Erde. In dieser Einheit bist Du ein Individuum so winzig wie ein Staubkorn, aber auch ein großartiges und grenzenloses Ganzes. Walter Yu’s Lichtserien wie Lichtberge, Lichtbrücken, Lichtsterne, Lichtgeister und Lichtschmetterlinge können sowohl als der Raum, in dem sich die Seele bewegt, als auch als die Erscheinung der Seele selbst betrachtet werden.
Die Werke des Künstlers, die während der Pandemie entstanden sind, erinnern daran, dass man selbst inmitten der Dunkelheit immer das Licht der Hoffnung selbst ist. Weder entstehen noch vergehen; weder unrein noch rein; weder zunehmen noch abnehmen. Die Seele ist das unbegrenzte Licht, die Ewigkeit eines unendlichen Kreises.

Feuilletonscout: Und worauf dürfen sich Besucherinnen und Besucher langfristig freuen?
Galerie Olymp: Unser Ziel ist eine kulturelle Institution auf den Otto-Weidt-Platz zu sein, bei der man sich immer auf spannende Ausstellungen sowie interessante und innovative Veranstaltungen freuen kann. 

Galerie Olymp in EuropaCity
Kunst & Eventraum
Otto-Weidt-Platz 8
10557 Berlin

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 11 bis 18 Uhr

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