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Theater: „M(other) Courage“ am Staatstheater Braunschweig

Auf dem Bild: Marta Górnicka und Ensemble | © Volker Beinhorn

Sie schreien, flüstern, sprechen, singen – die 23 Mitglieder des Chores, die derzeit mit „M(other) Courage“ am Theater Braunschweig auf der Bühne stehen. Sie sind Ensemblemitglieder des Theaterhauses, Schauspielstudentinnen aus Hannover und Bürgerinnen und Bürger aus und um Braunschweig, die Regisseurin Marta Górnicka in mehreren Castings auswählte.

Górnicka gewann bereits 2012 mit „Magnificat“ beim europäischen Festival für junge Regie »Fast Forward« mit einem Chorstück. Und sie bleibt sich treu, holt den Chor auf die Theaterbühne zurück. Pur, in Straßenkleidung, ohne Bühnenbild. Bei ihren Stücken sucht sich die Regisseurin ihre Themen in literarischen Texten, die sie um Aktuelles erweitert und neu zusammenstellt. Für die Braunschweiger Inszenierung lässt sich Marta Górnicka von Brechts „Mutter Courage“ inspirieren und stellt die Frage, wer heute vom Krieg profitiert und welchen Preis die Menschen dafür zahlen. Zu Wort kommen Mütter und Kinder, Demonstranten und Gegendemonstranten, Wutbürger und Kämpfer, indem bekannte Parolen verfremdet werden und Angela Merkel als „Mutter Europas“ erscheint. Knackige 45 Minuten lang.

nachtkritik.de lobt: „Die Inszenierung zieht ihre Kraft alleine aus dem gesprochenen, gesungenen, geschrienen und geflüsterten Wort, aus dem klugen hin und her, dem Miteinander und Gegeneinander des Chores. Der mal singt, und aus Harmonien in Dissonanzen abgleitet, mal gemeinsam schreit, mal die Worte „Wahrheit“ und „Fiktion“ gegeneinander anschreiend sich an sich selbst abarbeitet. […] Und bevor jemand weiß, was passiert ist, ist auch alles schon wieder vorbei. Besser geht es kaum. Knallt. Ganz gewaltig.“

Der Westen schreibt: „Marta Górnicka gilt als eine der interessantesten jungen Stimmen im europäischen Theater und hat diese Arbeit am Staatstheater Braunschweig realisieren können, nachdem sie dort 2012 den 1. Preis des Fast Forward Festivals für junge Regie gewonnen hatte.“

kultiversum fasst zusammen: „Wie in ihrem festivalerprobten polnischen Frauenchor «Magnificat» oder «Requiemmaszyna» sind die Töne und Nuancen verwoben zu einem Klangteppich. Und wie in einem Orchester führt nur absolute Präzision zum gewünschten Ergebnis.“

M(other) Courage
Eindrücke der Inszenierung: hier

Termine:
Montag, 28. Dezember 2015, 20.00 – 20.45 Uhr
Mittwoch, 13. Januar 2016, 20.00  20.45 Uhr
Staatstheater Braunschweig
Am Theater
38100 Braunschweig

 

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