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„The Botticelli Renaissance“ in der Gemäldegalerie BerlinEin Gastbeitrag von Doris Wieler

Bisher hatte ich noch nie eine Führung zu einer Ausstellung gebucht. Als Geburtstagsgeschenk für eine Freundin wollte ich mich aber nun nicht lumpen lassen und meldete uns für einen geführten Rundgang an. Was für ein Glück. Mir hätte sich das Ausstellungskonzept ansonsten nicht unbedingt so schnell erschlossen und ich wäre vielleicht enttäuscht gewesen, wie einige andere, die erzählten, dass es so wenige „echte“ Botticellis zu sehen gibt.

So aber fand ich es sehr spannend, zu erfahren und zu sehen, was für eine Langzeitwirkung Botticelli mit seiner „Marke“ erzeugt hat. Dass seine Kunst bzw. die aus seiner Werkstatt bis in die Jetztzeit wirkt, in viele Bereiche hinein, Mode, Autoindustrie, Euromünzen, Bildende Künste … ohne, dass wir diese unbedingt immer gleich also solche erkennen. Die kurzweilige Schau setzt aktuelle Werke an den Anfang. Daran schließt sich eine Zeitreise in die Vergangenheit an, bis wir schließlich in der Renaissance, der Zeit von Botticelli ankommen.

Womit ich mich immer schon schwer tue ist die Überlegung, ob ein Werk nun vom „Meister“ selbst stammt oder nicht. Das Händescheiden. Damit befasst sich der letzte Teil der Ausstellung. Man schreitet eine lange Galerie ab, mit nicht signierten Werken von Botticelli bzw. aus seiner Werkstatt. Es mag spannend sein, zu erforschen, welches Bild von Botticelli selbst stammen könnte. Aber wozu ist es gut? Für mich persönlich gilt hier vor allem, besonders aufmerksam zu schauen. Dann lassen sich stilistische und auch Qualitäts-Unterschiede erkennen. Manche Werke berühren mehr, manche weniger. Das funktioniert manchmal auf Anhieb, manchmal geschieht dies erst beim zweiten oder dritten Hingucken. Unabhängig vom „großen“ Namen.

Der Huldigung der zwei einzigen von Botticelli selbst signierten Werken kann dann ganz zum Schluss im „Ausstellungsherz“ nachgegangen werden, in einem sakral inszenierten Raum. Der ist Geschmacksache…

Wer Lust hat, sich mit dem Phänomen Botticelli zu befassen, dem sei diese Präsentation auf jeden Fall sehr empfohlen.

The Botticelli Renaissance
Ausstellung bis zum 24. Januar 2016
Katalog: The Botticelli Renaissance: Botticelli 2015-1445

Gemäldegalerie Berlin
Stauffenbergstraße 41
10785 Berlin

Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch, Freitag: 10 bis 18 Uhr
Donnerstag: 10 bis 20 Uhr
Samstag, Sonntag: 11 bis 18 Uhr

14 Euro/7 Euro

Doris WielerÜber die Autorin:
Doris Wieler hat zwei große Leidenschaften: Als studierte Kunst- und Musikwissenschaftlerin liebt sie alles, was sich um diese Themen rankt. Und sie reist und wandert für ihr Leben gern, besonders Griechenland hat es ihr angetan. Sie hat gelernt, sich bei jeder Reise, ob klein oder groß, dem Alltag entrückt zu fühlen und intensiv zu erleben. Ihre Erfahrungen teilt sie gern: Mit ihrer Agentur „weitblickreisen – unterwegs sein mit profil“ unterstützt und berät sie ihre Kundinnen und Kunden individuell und maßgeschneidert. Damit jede Reise einmalig wird. Mehr über Doris Wieler auf ihrer Homepage .

„The Botticelli Renaissance“. Ein Ausstellungsbesuch in der Gemäldegalerie Berlin, 3.0 out of 5 based on 1 rating