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Eschenbach ist Vogelwart auf Scharhörn, eine kleine Insel vor Hamburg, die man nur bei Ebbe mit der Kutsche erreichen kann. Früher war der studierte Theologe und Softwareunternehmer mit der Silberschmiedin Selma verheiratet. Anna, die Latein- und Kunstlehrerin, mit dem Architekten Ewald. Beide Paare sind glücklich in ihrer Beziehung. Bis das Begehren einbricht und Eschenbach und Anna wider aller Vernunft eine Affäre beginnen.

Und schließlich kommt der Tag, an dem alles zusammenbricht: Anna verlässt nicht nur ihn, sondern auch ihren Mann und geht zum Bruder in die USA, Eschenbach selbst verliert nicht nur die Geliebte, sondern auch Frau und Firma. Und nun – sechs Jahre später – ist er Vogelwart auf Scharhörn, sortiert sein Leben. Bis ein Anruf von Anna, die auf dem Weg zu ihm ist, die Vergangenheit wieder lebendig werden lässt.

Uwe Timm, 1940 in Hamburg geboren, lebt als freier Schriftsteller in München. „Vogelweide“ steht in diesem Jahr auf der Longlist des Deutschen Buchpreises, aus der am 11. September die sechs Finalisten auf die Shortlist gesetzt werden. Die Preisverleihung findet am 7. Oktober 2013 auf der Frankfurter Buchmesse statt.

Uwe Timm ist mit „Vogelweide“ ab dem 3. September 2013 auf Lesereise.
Alle Termine hier

rbb online fasst zusammen: „Wachmachen, die Sinne schärfen, das will Uwe Timm bis heute, aber ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Wie in seinen bisherigen Büchern erzählt er auch in seinem neuen Roman „Vogelweide“ ebenso unterhaltsam wie eindringlich, dass wir das Gesellschaftliche vor allem durch unsere private Entscheidungen verändern.“

FAZ net hingegen kritisch: „Denn der Schriftsteller, der es in seinem Œuvre meisterlich versteht, politische, historische und private Wirklichkeit ineinanderfließen zu lassen, richtet nunmehr den Blick auf Herzen in Aufruhr. Das geht nicht gut. Weil die Konstruktion der Geschichte dem Autor im Weg steht. Weil er es nicht schafft, seine Idee von Liebe, Macht und Begehren mit Leben zu füllen. […] Wie gern hätte man von diesem Autor etwas Überraschendes oder gar Neues über das Begehren erfahren. Stattdessen wirft er einen überreflektierten Blick auf unsere Wirklichkeit, der zu stereotypen Bildern führt.“

Der Tagesspiegel online lobt: „„Vogelweide“ ist ein fragender, ein tastender Roman, der uns keine Meinung aufdrängt. Seine Haltung ist philosophisch, er regt uns zum Nachdenken an, während er uns eine Geschichte voller schöner Widersprüche erzählt. […] In einer Gesellschaft, die an der Auflösung von Solidaritäten aller Art arbeitet, kann es ein revolutionärer Akt sein, an lebenslangen Bindungen festzuhalten.“

Uwe Timm
Vogelweide
Kiepenheuer und Witsch, Köln 2013

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