Und immer wieder Tirol: Joe Fischler „Die Toten vom Lärchensee“

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LiteraturRezension von Barbara Hoppe.

Da ist er wieder. Arno Bussi. Der Tiroler Polizist, der in Wien immer noch auf die große Karriere beim Bundeskriminalamt wartet, nachdem er eine Strafversetzung ins hinterste Tirol grandios dafür genutzt hat, einen Mordfall zu lösen und mit viel Ruhm und Ehre in die Hauptstadt zurückgekehrt ist. Nur, um wieder in der Abteilung Kriminalstatistik hinter dem Schreibtisch zu landen. Hat Staatsanwalt Qualtinger, der seine Angetraute mit Bussi einst in flagranti erwischt hatte, diese Schmach immer noch nicht verwunden? Noch schlimmer kommt es, als der unglückliche Bussi erneut nach Tirol ausrücken muss. Diese Mal soll er einen alten Fall – einen Cold Case – in Stubenwald lösen. Dort fand man vor fünf Jahren die Leiche des Seewirts. Ertrunken im Lärchensee, nachdem man ihn betäubt hatte. Den Täter fand man nie, der Fall landete in den Akten.

Cover: Kiepenheuer & Witsch

Widerwillig macht sich Bussi auf den Weg. Es ist die Hitzewelle des Jahrhunderts und der unglückliche Arno schwitzt sich durch Tirol, technisch mager ausgestattet in einem Dorf, in dem alles „wegen Sommer“ (ergo: ohne Skigäste) mehr oder weniger auf Null heruntergefahren ist. Der örtliche Polizist und sein Bernhardiner – beide hören auf den Namen Bernhard – sind genauso wenig begeistert wie der Rest des kleinen Ortes, dass der Bussi Arno erneut in alten Geschichten herumwühlt. Dabei stößt der junge Polizist gleich auf ein mögliches Motiv: Am Rande des malerischen Sees soll ein Feriendorf mit Luxuschalets entstehen. Der Seewirt stand dem Projekt im Weg. Als dann auch noch eine frische Leiche auftaucht, weiß der Arno, dass die Fälle zusammenhängen müssen.

Gewohnt amüsant lässt Autor Joe Fischler seinen Held ermitteln. Wie immer ein bisschen unglücklich verliebt, wie immer ein bisschen vom Pech verfolgt und meistens sehr hungrig (wegen Sommer, siehe oben). Doch zwischen Slapstick, kuriosen Typen, Tiroler Eigenheiten und Politikgeschacher geschehen eben auch üble Verbrechen und Arno Bussi wäre nicht Arno Bussi, würde er nicht auch diesen Fall mit Auszeichnung lösen. Und das liest sich amüsant und nicht ohne Spannung, unterhaltsam und einfach zum Wohlfühlen.

Joe Fischler
Die Toten vom Lärchensee
Kiepenheuer & Witsch, Köln 2020
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Und immer wieder Tirol: Joe Fischler „Die Toten vom Lärchensee“, 5.0 out of 5 based on 1 rating

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