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„Tattoo“: Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Saira-Hunjan-Ashleigh-tattooed-by-Saira-Hunjan-Foto-Tareq-Kubaisi-©-Saira-Hunjan.

Warum lassen sich Menschen tätowieren? Ist es eine Mode? Ausdruck einer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, einer kriminellen Vereinigung oder eines besonderen sozialen Status? Es ist all dies und noch viel mehr.

Geht man durch die aktuelle Ausstellung von Maori-Portraits in Berlin (vgl. Feuilletonscout v. 15.1.2015) fallen vor allem die kunstvollen Gesichttattoos auf. Sie zeugen vom Stand des Trägers, aber auch von der Kunst des Tätowierers. Auch bei Frauen galt das Tattoo als Schmuck, zeugt von der Stellung, die sie innerhalb der Gemeinschaft hat.

In anderen Kulturen, zu anderen Zeiten sind und waren Tattoos Schmuck oder Schutz vor dem Bösen, sollen heilen oder abstoßen, mystifizieren oder faszinieren, Geschichten erzählen. Ihre Wahrnehmung mäandert dabei zwischen Identifikation, Stigmatisierung, Auszeichnung oder sozialer Zugehörigkeit – und ist dabei eine jahrhundertealte Kunst, die heute, in unseren westlichen Breitengeraden, vor allem als Trend daherkommt.

Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg widmet der Geschichte der Tätowierkunst nun eine umfangreiche Schau. In der Stadt liegt der Ursprung der örtlichen Tattoo-Szene im Hafenmilieu des späten 19. Jahrhunderts. Die Ausstellung umfasst rund 250 Arbeiten, darunter Fotografien, Farbholzschnitte, Gemälde und Skulpturen, Videoarbeiten und Audioinstallationen sowie Vorlageschablonen und historische Hautpräparate. Zu sehen sind Tätowierwerkzeuge ebenso wie Werke legendärer Tätowierer. Dabei spannt die Schau den Bogen vom Künstlerischen übers Handwerkliche bis zum kulturgeschichtlichen Aspekt des Tätowierens.

Spiegel online hält fest: „Am eindrücklichsten wird die Ausstellung allerdings, wenn sie sich mit den individuellen Bedeutungserklärungen der Tätowierung auseinandersetzt.“

Zeit online konstatiert: „Die Schau geht, da die Tätowierung eine Kunst ist, welche von der Menschheit schon früh entwickelt wurde, sehr weit zurück, zu den rituellen Ursprüngen.“

Christian Poveda, El Gangster de Iberia (Mara Salvatrucha), San Salvador, 2008, Der Bandenkrieg der Mara Salvatrucha in El Salvador, Foto: Christian Poveda, © Christian Poveda / Agence VU'

Christian Poveda, El Gangster de Iberia (Mara Salvatrucha), San Salvador, 2008,
Der Bandenkrieg der Mara Salvatrucha in El Salvador, Foto: Christian Poveda,
© Christian Poveda / Agence VU‘

Tattoo
Ausstellung bis zum 6. September 2015
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Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Steintorplatz
20099 Hamburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10-18 Uhr
Donnerstag: 10-21 Uhr
Donnerstag an oder vor Feiertagen: 10-18 Uhr

10 Euro/7 Euro

 

 

 

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