Heimkino: Choderlos de Laclos‘ „Gefährliche Liebschaften“ von Stephen Frears

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Von Barbara Hoppe.

Hermann Hesse fand, dass „Gefährliche Liebschaften“ (Les Liaisons dangereuses) „Unter den erotischen und gesellschaftskritischen Romanen des französischen 18. Jahrhunderts vielleicht der klügste, kühlste, unsentimentalste“ sei. „Literarisch und psychologisch glänzend.“

Tatsache ist, dass der einzige Roman des Offiziers Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos seinen Ruhm bis heute begründet. Seine „Gefährlichen Liebschaften“, erschienen im Jahr 1782 und galten schon damals als bester Roman des 18. Jahrhunderts. Bereits 1783 wurde er ins Deutsche übersetzt.

Und er war ein Skandal. Gnadenlos rechnet Choderlos de Laclos mit dem Hoch – und Hofadel ab, wenngleich er in seinem Vorwort auf die warnende Absicht seines Werkes verweist, sich auf die falschen (Liebes-)Partner einzulassen. Der Roman folgt dem Prinzip des Briefromans, in denen sieben Personen als Hauptschreiber auftreten. Die Marquise de Merteuil und der Vicomte de Valmont, die einst eine Liebesaffäre hatten, schmieden eine böse Intrige: Der Vicomte soll die erst 15-jährige Cécilde de Volanges verführen, die als jungfräuliche Braut einem ehemaligen Liebhaber der Marquise zugeführt werden soll und der letztere wegen einer anderen verlassen hatte. Der Vicomte hingegen hat sich zusätzlich zur Aufgabe gemacht, die äußerst tugendhafte Madame de Tourvel zu verführen. Als Belohnung dafür winkt ihm eine Liebesnacht mit der Marquise. Das kann nicht gut gehen und geht es auch nicht. Die dramatische Zuspitzung des Geschehens verfolgt der Leser in den Briefen.

Dem britischen Regisseur Stephen Frears gelang mit seiner Verfilmung 1988 eine geniale Adaption dieser Briefe an die Leinwand. Stars wie Glenn Close, John Malkovich, Michelle Pfeiffer, Uma Thurman und Keanu Reeves hauchen der Skandalgeschichte dezenten Hollywoodcharme ein und sind zudem hervorragend besetzt. Der elegante, prächtig ausgestattete Film, der im übrigen auf dem Theaterstück von Christopher Hampton beruht (und das wiederum auf den Roman) überzeugt auf ganzer Linie.

Hier kann man den Film für wenig Geld sehen

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