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Stasi, Überwachung, die Mauer und Volksarmee, Einheitspartei und gleichgeschaltete Medien. Dass sich in einem Staat wie der ehemaligen DDR eine Jazzszene entwickeln konnte, scheint schwer vorstellbar. Und doch entstand – argwöhnisch von den DDR-Oberen beäugt, aber nicht unterbunden – eine Freejazz-Szene, die, so Zeit online, Weltniveau erlangte. 1973 brachte Saxofonist Ernst-Ludwig Petrowsky, heute 80 Jahre alt, beim Warschauer Jazz Jamboree den Saal zum Kochen. Den Erfolg nahm er mit heim und schaffte es, dass sich Jazz im Land verbreitete: In Studentenstädten wie Berlin, Leipzig und Dresden, aber auch in kleineren Orten entstanden Jazzclubs. Zum Zentrum der Bewegung wurde Cottbus, wo sich die „Peitzer Workshops“ etablierten, die sechsmal im Jahr Meister des Freejazz aus der DDR und Osteuropa, später auch aus dem Westen, anzogen. 1982 wurde es der Regierung dann zu viel und sie verbot die Veranstaltung.

Das Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus begibt sich auf die Fährte dieser Bewegung und ihrem Drang nach Freiheit. Dokumentarische Fotografien, Filme und Plattencover, Plakate und Druckgrafiken sowie zahlreiche Hörstationen erzählen die Geschichte des Freejazz in der DDR.

Zeit online hält fest: „Vom Aufstand gegen solche Selbstbescheidung handelt die multimediale Exposition. Man hört Musik, man sieht die wohlvertrauten Plattencover, die Plakate assoziierter Künstler, die meisterlichen Fotos von Matthias Creutziger.“

Free Jazz in der DDR. Weltniveau im Überwachungsstaat.
Eine Wanderausstellung des Erinnerungslabors Berlin in Kooperation mit dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
22.11.2013 – 19.01.2014

Nächste Station ist das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam vom 11.April bis 05. Oktober 2014.

Kunstmuseum
Dieselkraftwerk Cottbus
Uferstraße/Am Amtsteich 15
03046 Cottbus

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10.00 – 18.00 Uhr
Montag:  geschlossen

4 Euro / 2,50 Euro