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2008. Die Finanzkrise hat gerade begonnen. Doch Renate Meißner, Versicherungsangestellte, 42 Jahre, macht einen Karrieresprung: Von Frankfurt zieht sie nach München, wo sie stellvertretende Abteilungsleiterin wird. Und sie funktioniert in einem System, in dem die Arbeit auf das private Leben überspringt. Jede ihrer Handlungen bewertet sie auf einer Skala von eins bis zehn, Sex gibt es nur noch auf der Bürotoilette, Schlaf nur noch mit Psychopharmaka. Familienprobleme werden unter Arbeit begraben und für den Rest gibt es Coaching-Strategien. Als sie schließlich für einen Vertragsabschluss ins russische Samara reisen muss, E-Mails mangels Empfang ins Leere laufen, die eigene Großmutter plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheint, in Vergnügungsparks deutsche Geschichte nachgespielt wird und schließlich auch noch die Kündigung – die Zweigstelle in München wird geschlossen – ins Hotelzimmer flattert, verschwimmen Raum und Zeit.

Thomas von Steinaecker belegt mit diesem Roman den zweite Platz bei der Vergabe des Leipziger Buchpreises nach Wolfgang Herrndorfs „Sand“ (Feuilletonscout v. 26.11.2011).

ZEIT Literatur (März 2012) lobt: „Bestätigt und unterlegt wird diese Dressur der Gefühle durch triste, mattgraue Fotos und Vermessungstabellen, die der Comic-Spezialist Steinaecker dem Buch beigefügt hat […] Trotzdem ist das Ganze niemals trostlos, sondern hat etwas ungemein Schillerndes und Gutgelauntes.“

Deutschlandradio Kultur positiv: „Steinaecker gelingt eine enorm verdichtete Menschendarstellung. […]. Ein großer, inhaltlich und formal spannender Versicherungsroman über die allgemeine Verunsicherung.“

Welt online konstatiert: „Steinaecker zoomt sich erst ganz nah an die Büroweltuntergänge und Finanzkrisengesänge der jüngsten Zeit heran – nur um dann in einer verblüffenden Volte das Ganzheitsideal des Künstlertums zu rehabilitieren, wie es der Bildungsroman feierte.“

FAZ net fasst knapp zusammen: „Thomas von Steinaeckers neuer Roman ist ein großartiges Porträt unserer Zeit.“

Buchcover “Das Jahr, in dem ich aufhörte,…

Thomas von Steinaecker
Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2012

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