GD Star Rating
loading...

Eingefleischte Tatort-Fans kennen ihn als Kölner Pathologe Joe Bausch. Dass Hermann-Joseph Bausch-Hölterhoff im Hauptberuf seit 25 Jahren als Gefängnisarzt tätig ist, ist hingegen nicht unbedingt bekannt.

Seine Erfahrungen aus dieser Zeit hat er hat er nun in dem Buch „Knast“ zusammengefasst. Über 50 Suizide, Selbstverstümmelungen, schwere psychische Leiden und Gewalt erlebte Joe Bausch hinter Gittern. Erst durch eine neue Generation von Ärzten, so der Arzt, aber auch durch die Hungerstreiks der RAF habe sich die Sicht auf die Situation von Gefängnisinsassen verändert.
Aus seinen Beobachtungen heraus beschreibt Bausch Verhaltensmuster Inhaftierter, seien es Manager, Promis oder einfache Leute und stellt konkrete Forderungen nach Veränderungen in der Gefängnisverwaltung.

Süddeutsche online: „Als Arzt mit Schweigepflicht kann Bausch natürlich in die Chemie der Gefangenenseele mehr Einblicke gewinnen, als es einem normalen Schließer möglich ist, dem sich kein Gefangener anvertraut. Dadurch sind seine Beschreibungen des weggeschlossenen Lebens von einer besonderen Empathie geleitet, und seine kritischen Anmerkungen bekommen ein besonderes Gewicht.“ […] Als Mediziner in einem Gefängnis, das vorwiegend Langzeitinsassen und Sicherheitsverwahrte beherbergt, gelingt dem Autor eine im Kern nüchterne und würdige Betrachtung von Kriminalität, die der alten Haltung von Rache und Sühne eine komplexere Sicht entgegensetzt.“

Buchcover “Knast”

Joe Bausch:
Knast.
Ullstein Verlag, Berlin 2012

bei amazon mit Blick ins Buch