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Als in den Jahren 2008 und 2009 in Ungarn sechs Roma ermordet und fünf weitere schwer verletzt wurden, reagierte die Öffentlichkeit verhalten und die ungarische Regierung wiegelte ab. Diese Erlebnisse verarbeitet der Regisseur Bence Fliegauf in seinem Film „Just the wind“, der bei der diesjährigen Berlinale den silbernen Bären gewann.

Dabei zeichnet er den letzten Tag einer Roma-Familie nach, deren Nachbarn tags zuvor umgebracht wurden. Die Familie wohnt abseits am Wald, aus dem zunehmend die Bedrohung zu kommen scheint. Großvater, Mutter, Tochter und Sohn versuchen, trotz der latenten Bedrohung, einen geregelten Tagesablauf zu leben. Doch auch in der Schule und auf der Straße spüren sie die Gefahr, der sie schutzlos ausgeliefert sind. Als sie abends ins Bett gehen, knackt und knirscht es im Gehölz. „Es ist nur der Wind“, sagt die Mutter…

Zeit online konstatiert: „Bereits im Vorspann verrät Just the Wind das Ende seiner Geschichte, und das heißt: Er muss die Spannung allein durch seine Atmosphäre erzeugen, durch Zeichen und Vorzeichen – durch das Unsichtbare.“

Welt online positiv: „Diese präzisen, lakonischen Dialoge verblüffen bei dem 1974 geborenen Bence Fliegauf, der bisher unter seinem ganzen Vornamen Benedek mehr für gediegenes, kunstgewerblich angehauchtes Arthaus-Kino wie „Dealer“ oder „Womb“ stand. Diesmal stellt der talentierte Ästhet sein Ego ganz in den Dienst der Geschichte und findet eine adäquate, dokumentarische Form.“

Der Deutschlandfunk lobt: „Fliegauf gelingt sein Gesellschaftsporträt deswegen so brillant, weil er vom „Rand“ her erzählt, sich auf das nicht Sichtbare konzentriert. Große Teile des Films sind wir Komplizen der zukünftigen Opfer und teilen ihre Ängste für die der Film eine Seelenlandschaft mit düsteren Bildern erfindet. […]Bence Fliegaufs Film ist auch deshalb ein kleines Meisterwerk, weil er auf der schwierigen Klaviatur der leisen Töne so virtuos zu spielen versteht.“

Deutschlandradio Kultur fasst zusammen: „Ihr Alltag ist geprägt von Armut, Rassismus und Gewalt. In seinem neuen Film erzählt Bence Fliegauf über das Leben eine Romafamilie in Ungarn – überzeugend und ohne politisch korrekte Betroffenheit.“

Just the wind

Kino zum Film: hier