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Wer ist der Deutschen liebster Maler? Was heute sicher nicht mehr pauschal beantwortet werden kann, war um 1900 eine weitaus eindeutigere Angelegenheit: Hans Thoma (1839–1924), ein Name, bei dem viele sicher nicht sofort aufhorchen.

Nach zwei abgebrochenen Lehren bildete sich Thoma zunächst autodidaktisch in der Malerei, bevor er 1859 von der Großherzoglichen Kunstschule in Karlsruhe aufgenommen wurde. Nach Aufenthalten in der Schweiz, in Düsseldorf und in Paris ließ er sich 1878 im Frankfurter Westend nieder. Seine Landschaftsmalereien, vor allem des Schwarzwalds, des Taunus und der Oberrheinebene erlangten große Popularität und gelten noch heute als seine besten im Gegensatz zu seinen Portraits und mythologisch-religiösen Werken. Gegen Ende seines Lebens widmete sich der Maler vor allem der Thoma-Kapelle in Karlsruhe mit Szenen aus dem Leben Jesu. Bereits 1910 sank der Stern des Künstlers, obwohl die Nazis seine Kunst gern in den Dienst der „nationalen Identität“ stellt. 1949 gründete der Bürgermeister des Städtchens Bernau im Schwarzwald das Hans-Thoma-Kunstmuseum.

Das Städel Museum greift den Eintrag aus Meyers Konversationslexikon aus dem Jahr 1913 auf, in dem Thoma als einer der Lieblingsmaler der Deutschen bezeichnet wird. Mit rund 100 Werken  aus eigenen Beständen möchte das Haus zeigen, dass die Kunst von Hans Thoma mehr war als nur pittoreske Landschaftsmalerei.

Deutschlandradio Kultur meint: „Die Begegnung mit einer solchen Fülle von Werken, wie sie das Städel zu bieten hat, hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Da sind einige charmante und leichthändige Bilder zu sehen, doch das meiste wirkt wie Romantik-Camouflage, wie sehnsüchtige Rückwärtsgewandtheit. Schon fast verblüffend, wie konsequent jemand an der Wirklichkeit vorbei malt. […]“

„Hans Thoma. ‚Lieblingsmaler des deutschen Volkes‘“
Ausstellung noch bis zum 29. September 2013

Städel Museum
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten:
Dienstag, Freitag bis Sonntag: 10.00 –18.00 Uhr
Mittwoch und Donnerstag: 10.00 – 21.00 Uhr
Montag:  geschlossen

12 Euro/10 Euro