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Tore ist ein Punk ohne festen Wohnsitz und ein Jesus-Freak, der selbst seine epileptischen Anfälle als göttliche Zeichen interpretiert. In Hamburg möchte er mit Gleichgesinnten ein neues Leben beginnen. Als er der Familie von Benno bei einer Panne hilft, bietet sich ihm jedoch eine ganz neue Chance: Der dankbare Familienvater nimmt den Streuner mit in die Schrebergartensiedlung, lädt ihn ein, dort bei ihnen zu wohnen. Tore sieht auch diese Geste als göttliches Zeichen, freundet sich mit Benno und Stieftochter Swantje an. Bis Benno plötzlich eine ganz andere Seite zeigt, gewalttätig wird und Tore erniedrigt.

Der Film von Regisseurin Katrin Gebbe beruht auf einer wahren Begebenheit und lief als einziger deutscher Beitrag bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes, wo er sowohl bejubelt wie ausgebuht wurde.

Deutschlandradio Kultur positiv: „Liebe gibt es hier nicht, nur das Ausleben von Machtgelüsten, das durch Tores Demut immer weiter angestachelt wird. […]  Immerhin hat Tore einen nachvollziehbaren Grund, sich den Torturen nicht zu entziehen – es ist seine Entscheidung, die anderen Opfer nicht zu verlassen. Ansonsten ist man als Zuschauer bei einer sehr direkten Kameraführung zum Mitleiden verdammt und zur Bewunderung sowohl der erzählerischen Konsequenz als auch der schauspielerischen Bewältigung.“

NDR online meint: „Samstagabend-Familienunterhaltung ist der Film jedenfalls nicht. Und es kostet Überwindung, sich den Film anzusehen. Die beunruhigende Botschaft: Es gibt das Böse – und es kann aus jedem Menschen hervorbrechen. Das ist virtuos erzählt. Schön ist es nicht. Auch den hoffnungsvollsten Zuschauern ist bald klar, dass Tore seinen Weg bis zum bitteren Ende gehen wird -ob sie ihm bis dorthin folgen können oder nicht.“

Cinema online fasst zusammen: „Ob der von Julius Feldmeier sagenhaft gespielte Tore idiotisch verblendet oder bewundernswert mutig ist, muss dann nach dem Abspann jeder für sich selbst entscheiden. Wie es sich für einen schwer verdaulichen und zum Nachdenken anregenden Film gehört.“

Tore tanzt

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