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„Die Wohlgesinnten“ – der Roman des französischen Schriftstellers Jonathan Littell sorgte vor drei Jahren, als er auf Deutsch erschien, für Furore. Die Geschichte über den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust aus der Perspektive eines gebildeten SS-Offiziers erstreckt sich über 1400 Seiten und wurde mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet.

Nun hat sich Armin Petras dieses Stoffes angenommen und ihn für die Bühen adaptiert. Der Intendant des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin hat schon erfolgreich Mammutwerke wie „Der Turm“ von Uwe Tellkamp oder John Steinbecks „Früchte des Zorns“ für das Theater umgesetzt.

In Berlin bricht er nun den Roman „Die Wohlgesinnten“ auf dreieinhalb Stunden herunter.

Zeit online dazu: „Littells Roman wird ja gerade durch seine Unvereinbarkeiten interessant, durch den Umstand, dass eine literaturgeschichtlich aufgebrezelte Verkörperung des Bösen sich in historisch genau rekonstruierter Umwelt bewegt. […] Unmöglich für eine Theateradaption, diese Totalität nachzubilden.[…] Petras bekommt halt nur den halben Littell in den Griff. Ein halber Littell taugt aber gar nichts. So findet zum Schluss das Stück seinen einzigen Wert als Probe aufs Exempel: Es beweist, dass sich Die Wohlgesinnten unter keinen Umständen auf die Bühne bringen lassen.“

Der Deutschlandfunk urteilt: „Er bleibt, schlimm genug bei dieser Thematik, merkwürdig unbeteiligt, nichts wühlt auf, nicht provoziert Widerspruch, nichts fordert auf, Position zu beziehen. Armin Petras, der sich im Vorfeld durch Gespräche mit der jüdischen Gemeinde und den einschlägigen Gedenkstädten abgesichert hatte, transferiert das Thema dahin, wo es nicht mehr weh tun kann: Auf die Metaebene voller kunstwilliger Metaphern.“

Maxim Gorki Theater
Am Festungsgraben 1
10117 Berlin