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Von Reformation zu RevolutionKaum sind die Reformations-Feierlichkeiten verklungen, stehen schon die nächsten Gedenkfeste vor der Tür: die Oktoberrevolution von 1917 in Russland und die Novemberrevolution 1918/1919 in Deutschland.

Oktoberrevolution: Überblick im Deutschen Historischen Museum in Berlin

Im Oktober vor 100 Jahren begann in Russland eine Revolution, in deren Folge das Land im Bürgerkrieg versank und die Zarenfamilie ermordet wurde. Anlass für das Deutsche Historische Museum in Berlin, umfassend auf die damaligen Geschehnisse zu blicken. „1917. Revolution“ beginnt noch vor dem Ersten Weltkrieg und zeigt die ärmlichen Zustände in Russland eindrücklich anhand von Fotos und Filmausschnitten. Nährboden, auf dem der Revolutionsgedanke wachsen konnte. Umfangreiche Materialien, Texte und viel Anschauungsobjekte führen den Besucher durch die Tage des Umsturzes und klären auf, welche Gruppierungen daran beteiligt waren und zeigen, wie unterschiedlich sich die Interessenslage der Revolutionäre darstellten. Von Einheitlichkeit keine Spur. Durchgesetzt haben sich schließlich diejenigen, die am brutalsten vorgingen. Die Auswirkungen auf die Nachbarländer blieben nicht aus, auch das zeigt die sehenswerte Schau.

1917. Revolution.
Ausstellung bis zum 15. April 2018
Flyer zur Ausstellung zum Download

Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2
10117 Berlin

Öffnungszeiten
täglich 10 bis 18 Uhr

8 Euro/4 Euro

Von Reformation zu Revolution„Die Revolution von 1918/19. Der wahre Beginn unserer Demokratie“

Seit den siebziger Jahren beschäftigt sich Dr. Wolfgang Niess mit den Jahren um 1918/1919. 1952 geboren, studierte er in Stuttgart und Tübingen Geschichte, Politikwissenschaft, Mathematik und Kommunikationswissenschaften. Mit dem jetzt vorliegenden Buch hat er nicht nur ein lehrreiches Stück deutscher Zeitgeschichte vorgelegt, sondern zudem auch ein sehr lesbares. Kenntnisreich erklärt er, wie der große Volksaufstand begann, wie er sich entwickelte und welche politischen Lager entstanden. Sprachlich durchaus unterhaltend, vermittelt Niess fundiertes Wissen, das ihm erlaubt, auch eigene Interpretationen der damaligen Ereignisse und Sachlagen vorzunehmen. Viele Chancen wurden damals vertan: Angefangen von der Implementierung einer Demokratie, die die gesamte Gesellschaft umfasste über defensives Verhalten von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht bis hin zur korrekten juristischen Aufarbeitung der Geschehnisse der Morde an den beiden einflussreichen Revolutionären. Und doch, so erklärt Niess, sei unsere heutige Demokratie mit der Revolution von 1918/19 nicht denkbar. Ein wichtiger Meilenstein, den die Nazis freilich vergessen wollten. Der 9. November wurde zum Tag non grata, immer wieder genutzt für Propagandareden und schließlich in die Reichspogromnacht gipfelnd. Was, so Niess, könnten wir Hitler und seinen Schergen Schlimmeres antun, als diese von ihm verhasste Revolution ins Rampenlicht zu stellen und als die Geburtsstunde unserer Demokratie zu belegen?Von Reformation zu Revolution

Wolfgang Niess
Die Revolution von 1918/19. Der wahre Beginn unserer Demokratie
Europaverlag, München 2017
„Die Revolution von 1918/19: Der wahre Beginn unserer Demokratie“ bei amazon

Coverabbildung © Europaverlag

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