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Afrikamera 2023: URBAN AFRICA, URBAN MOVIES

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Von Birgit Koß.

Der Themenschwerpunkt URBAN AFRICA, URBAN MOVIES stellt seit 2020 das urbane Afrika und seine filmische Reflexion im aktuellen afrikanischen Kino ins Zentrum eines auf vier Jahre angelegten Programms von Afrikamera und kam damit in diesem Jahr zu seinem Abschluss.

Insgesamt öffnete im November in Berlin das Filmfestival Afrikamera zum sechzehnten Mal seine Pforten, wie immer unter der Leitung von Alex Moussa Sawadogo und seinem Team. Für diese Arbeit hat er im Juni des Jahres den Extrapreis der deutschen Afrikastiftung erhalten. Seit Oktober 2020 ist er außerdem der neue Leiter des FESPACO Festivals „panafricain du cinéma et da la télévision de Ouagadougou“ in Burkina Faso. Afrikamera 2023 präsentierte eine Auswahl cineastischer (Zukunfts-)Visionen aus den Metropolen des afrikanischen Kontinents, die eine Zukunft jenseits westlicher Vorstellungsmuster imaginieren.

Darüber hinaus waren aktuelle Filmhighlights zu sehen, die auf großen internationalen Festivals wie Cannes und Sundance Premiere feierten und ausgezeichnet wurden, darunter die nigerianische Produktion Mami Wata (Nigeria, Frankreich 2023) von C. J. ‚Fiery‘ Obasi sowie  BANEL &ADAMA (Senegal 2023) von Ramata-Toulaye Sy. Dieses Debüt der französischen Drehbuchautorin und Filmemacherin, mit senegalesischen Wurzeln wurde beim Filmfestival von Cannes im Mai 2023 uraufgeführt. Der Film erzählt die berührende Liebesgeschichte zwischen Banel und Adama in ruhigen Einstellungen mit zeitweiligen Traumsequenzen. Die beiden kennen und lieben sich seit frühester Jugend und sind inzwischen sogar verheiratet. Gern möchten sie abseits des Dorfes ihr eigenes Heim gründen, doch die Dorfgemeinschaft erwartet anderes von ihnen. Dazu kommt die alles verzehrende Dürre in der Sahelzone – die Ältesten sehen darin ein Zeichen gegen das Aufbegehren der beiden jungen Leute. Ramata-Toulaye Sy hat ihren ersten, beeindruckenden Spielfilm überwiegend mit Laiendarstellern aus der Region in der Sprache Pulaar gedreht.

Der erste Spielfilm des guineischen Filmemachers Thierno Souleymane Diallo „au cimetiere de la pellicule“ war bereits im Februar auf der Berlinale zu sehen. Der Filmemacher begibt sich auf die Spurensuche nach Menschen, die etwas über den 1953 entstandenen Film „Mouramani“ von Mamadou Touré wissen. Er gilt als der erste Film überhaupt aus Guinea. Eine Kopie dieses Films existiert nicht mehr, so kommt die Frage auf, ob es überhaupt noch jemand gibt, der den Film gesehen hat. Thierno Souleymane Diallo begibt sich barfuß – um auf die prekäre Lage der Filmindustrie in Guinea aufmerksam zu machen – auf eine Reise durch sein Heimatland und nach Paris. Er entdeckt verlassene und verfallene Kinosäle und alte Archive mit verstauben, zum Teil zerbröselten Filmrollen und befragt viele Zeitzeugen. Eine faszinierende und eindrucksvolle Zeitreise durch Guineas in Vergessenheit geratene Filmgeschichte.

Mamai Wata

„Mami Wata“ von C. J. ‚Fiery‘ Obasi lief bereits bei FESPACO und dem Sundance Filmfestival in diesem Jahr. Darüber hinaus ist er als nigerianischer Beitrag für die Oscars 2024 eingereicht worden. Der Film erzählt die Geschichte der Menschen in dem kleine Dort Iyi am Golf von Guinea, die die Meergungfrauen-Gottheit Mami Wata verehren in eindrucksvollen Schwarz-weiß Bildern. Bei Afrikamera lief „Mami Wata“ als Eröffnungsfilm vor ausverkauftem Haus. Wer ihn verpasst hat, bekommt im neuen Jahr die Gelegenheit, den Film in Programmkinos anzuschauen.

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Afrikamera 2023: URBAN AFRICA, URBAN MOVIES
The 16th edition of Afrikamera in Berlin presented, under the theme “URBAN AFRICA, URBAN MOVIES,” a cinematic reflection on urban Africa in contemporary African cinema. The festival concluded its four-year program, with Alex Moussa Sawadogo and his team leading it for the sixteenth time. Sawadogo received the Extra Prize from the German Africa Foundation in June.

The event showcased a selection of cinematic visions from African metropolises, creating alternative visions of the future. It featured current film highlights such as “Mami Wata” (Nigeria, France 2023) by C. J. ‘Fiery’ Obasi and “BANEL & ADAMA” (Senegal 2023) by Ramata-Toulaye Sy. The latter, a Cannes debut, tells a poignant love story between Banel and Adama, addressing challenges within the village community and the drought in the Sahel region. Another highlight was Thierno Souleymane Diallo’s debut film “au cimetiere de la pellicule,” exploring Guinea’s forgotten film history, notably the lost film “Mouramani” by Mamadou Touré. Diallo travels barefoot through Guinea and Paris to highlight the precarious situation of the film industry. “Mami Wata” screened at FESPACO and the Sundance Film Festival this year, submitted as Nigeria’s entry for the 2024 Oscars. The film narrates the story of Iyi village residents along the Gulf of Guinea, venerating the sea goddess Mami Wata in striking black and white visuals. It premiered to a sold-out audience at Afrikamera and will be available in art-house cinemas in the coming year.

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