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Zum 70. Geburtstag von Marina Abramović erscheint ihre Autobiographie „Durch Mauern gehen“Mit ihrer Kunst provozierte sie zeitlebens. Nun wird Marina Abramović 70 Jahre alt – und blickt zurück auf sieben Jahrzehnte, in denen sie es in weltberühmte Museen wie die Tate Modern, das Guggenheim Museum, das Centre Pompidou und den Hamburger Bahnhof in Berlin schaffte.

Am Anfang ihrer Karriere standen vor allem Aufsehen erregende Performances: Sie ritzte sich ein Pentagramm auf den Bauch, rammte sich ein Messer in den Finger, lief 2500 km auf der Chinesischen Mauer, fuhr zwölf Jahre in einem umgebauten Citroën-Bus durch die Welt und hat ein Jahr bei den Aborigines in Australien gelebt. Mit ihrer Performance „The Artist is Present“ im New Yorker MoMa im Jahr 2010, bei der sie drei Monate schweigend auf einem Stuhl saß und ihrem Gegenüber in die Augen schaute, erreichte sie, die bereits 1997 auf der Biennale mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, rund 850.000 Besucher.

Nun erschien zum runden Geburtstag die Autobiographie dieser außergewöhnlichen Künstlerin.

Deutschlandradio Kultur fasst zusammen: „Das Buch, das die Künstlerin über ihre Arbeit und ihr Leben geschrieben hat, ist in einem sachlichen, beinahe neutralen Ton der Selbstbeobachtung gehalten. Es ist frei von Eitelkeit und oft ist die Intensität, ist das Zu-Weit-Gehen-Wollen erschreckend. Schmerzen und Ängste zu überwinden vor Publikum, so könnte man Abramovićs Anliegen beschreiben: Für das Publikum tut sie es so sehr wie für sich selbst.“

Spiegel online meint: „Abramovic sprach mehr als 700 Stunden mit ihrem Ghostwriter, dem US-Autor James Kaplan, und ging dabei beeindruckend offen mit ihren Ideen und Gefühlen um. […] Ihre Großspurigkeit lässt ihre Rückschau zwar teilweise unkritisch erscheinen, gibt ihr aber auch die Möglichkeit zu einer Offenheit, die den Leser fesselt.“

Radio Bremen erläutert: „Hier lebt das aber eine Künstlerin, bewundernswert konsequent, sendungsbewusst und schlüssig. Sie wird kein materielles Werk hinterlassen, für Männer ist das unglaublich wichtig. Von Marina Abramović bleiben Ideen, Techniken, Videos – aber man kann ihre Performances nicht materiell besitzen. Und damit hat sie den Kampf gegen das Patriarchat und den Kapitalismus gewonnen, als Weltstar.“

Die Neue Osnabrücker Zeitung resümiert: Das Buch enthält weniger den gerundeten Roman eines Lebens als das Protokoll eines einzigen Bekenntnisses“

Marina Abramović
Durch Mauern gehen
Luchterhand Verlag, München 2016

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