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Es ist Krieg und durch Russland bewegt sich ein Lazarettzug mit Ärzten, Krankenschwestern, Offizieren und Soldaten auf dem Weg zur nächsten Front. Während der Ich-Erzähler, ein Intellektueller, der von Herzattacken und Angstanfällen gepeinigt wird, Goethes „Werther“ auf Deutsch liest, verliebt er sich in die Krankenschwester Vera, eine hübsche, lebenslustige, ungestüme, aber auch romantische Frau, die sich gern vergnügt und dabei nichts anbrennen lässt. In Turdej, einem abgelegenen Ort, wo der Zug eine Zwangspause einlegt, erleben die beiden Stunden des Glücks, bis er wieder in den Kampf ziehen und sie in einem anderen Lazarett arbeiten muss.

Geschrieben 1946, ist „Die Manon Lescaut von Turdej“ das einzige belletristische Werk von Wsewold Petrow.  Es erschien erst 60 Jahre nach seinem Entstehen in einer russischen Zeitung und liegt nun auch auf Deutsch vor.
Petrow entstammte einem alten Adelsgeschlecht, war Soldat und Kunsthistoriker und schlug sich nach seiner Entlassung aus dem Russischen Museum nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Schreiben von Werken zur Kunstgeschichte durch. Er starb 1978.

Die ZEIT (04/2013) begeistert: „Es ist eine zarte, sehr komische, natürlich hoffnungslose Liebe in Zeiten des Krieges, von der Petrow erzählt – und heroisch ignoriert er darum weitgehend das Grauen, weil der die Überlebensmöglichkeiten der Schönen in der Erinnerung zeigen will. Selten hat eine kleine Geschichte trotz ihres traurigen Schlusses so viel Hoffnung auf die Kunst geweckt“

MDR online ebenso: „“Die Sprache ist von entzückender Dichte. Da sind so viele Details, die einen überwältigen: Beobachtungen ganz persönlicher Natur, Anspielungen auf das 18. Jahrhundert. Das ist von einer solch poetischer Kraft und das auf knapp 100 Seiten, das liest man nicht aller Tage!“

Buchcover Petrow “Die Manon Lescaut von Turdej”

Wsewold Petrow
Die Manon Lescaut von Turdej
Aus d. Russischen von d. Jurjew
Weidle Verlag, Bonn 2012

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