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Witness of Wetness

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Eine feuchte Werkschau von Fujiko Nakaya im Haus der Kunst, München, lädt den Zuschauer ein, mit allen Sinnen einen abwechslungsreichen, einzigartigen Ort zu erleben. Von Stephan Reimertz.

Fujiko Nakaya, 1933 in Sapporo geboren, nennt ihre alle Sinne berührenden Kunstwerke Nebelskulpturen: »Nebel lässt sichtbare Dinge unsichtbar werden,« sagt die Künstlerin, »während unsichtbare – wie Wind – sichtbar werden.« Mit dieser Dialektik von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit spielt die großangelegte Werkschau im Haus der Kunst in München. Ein milchigweißes Wasserbecken in einem der riesigen Räume des neoklassizistischen Museumsgebäudes von Karl Ludwig Troost am Englischer Garten, das der Zweite Weltkrieg unberührt ließ, lädt den Besucher auf seine Planken ein, schon werden Ufer- und Bootsgefühle wach und erinnern daran, wie auch wir Menschen einen Teil unseres Lebens am und im Wasser verbringen, aus dem wir ja kommen. Rituelle Dampfkaskaden werden aus Röhren gesprüht, optisches und taktiles Erlebnis, Nebenräume mit malerischen Erkundungen der Idee des Eies, Kaskaden kalligraphischer und landschaftlicher Zeichnungen ergänzen diese Topographie, die nicht auf einen Nenner zu bringen ist. Eine Dampfskulptur zeigt sich auch vor dem Seiteneingang mit Blick auf die Surver im Eisbach. Das hochästhetisierte, purifizierte Arrangement gibt uns Gelegenheit, Raum, Wasser, Luft, Vaporisation neu zu erleben und über unser Sein und Wesen im Raum nachzudenken.

Fujiko Nakaya. Nebel Leben.
Ausstellung noch bis zum 31.7.2022

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
80538 München

Öffnungszeiten

Mo | Mi | Fr | Sa | So 10—20 Uhr
Do 10—22 Uhr
Di geschlossen

11 Euro / 8 Euro


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