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Von Teufelsgeigern und modernen Virtuosen: Manrico Padovani und die Meisterwerke von Paganini

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Von Guido Krawinkel.

Sein Ruf eilte ihm voraus: Niccolò Paganini. Der Geiger ist lange tot, gilt aber nach wie vor als einer der größten Meister seiner Zunft. Seine Virtuosität war legendär, der Ruf als „Teufelsgeiger“ kam nicht von ungefähr. Vor allem die als virtuose Kabinettstückchen aufgebrezelten Konzertstücke haben sich im Repertoire der Geiger gehalten, weil sie hier zeigen können, was sie spieltechnisch auf dem Kasten haben.

Das ist mit den Violinkonzerten Paganinis nicht anders auch hier ist die Musik zuallererst Vehikel, um die Virtuosität des Solisten zu demonstrieren und den Star glänzen zu lassen. Musikalisch muss man da durchaus ein paar Abstriche machen. Manches klingt wie eine Opera buffa, manches auch wie Kirmesmusik, aber auf eines ist stets Verlass: die Solo-Violine steht hier im Rampenlicht, das Orchester sekundiert allenfalls. Diesbezüglich hat diese Aufnahme aber ein echtes Luxusproblem: drei ausgezeichnete Orchester sind am Werk und mit Boris Perrenoud und Howard Griffiths zudem zwei echte Dirigenten-Legenden.

manrico-padovani-paganini

Star der Einspielung ist natürlich der Solist, in diesem Fall Manrico Padovani. Er widmet sich den ersten beiden Violinkonzerten Paganinis sowie der Sonata con variazioni E-Dur mit der gebotenen Brillanz, geht aber auch in die Tiefe und profiliert sich als musikalisch wie technisch mit allen Wassern gewaschener Interpret. Hier wird nicht nur der brillante Virtuose Paganini gefeiert, hier bekommt auch seine Musik das ihr zustehende Gewicht. Paganini muss ein außergewöhnlicher Musiker gewesen sein, der seine eigenen Werke sonst wohl kaum hätte spielen können.

Und auch für heutige Musiker gilt: nur Show alleine reicht nicht. Das beherzigt auch Padovani, der zu den virtuosesten Geigern seiner Generation gehört und Paganinis irrwitzig schwierige Werke mit großer spielerischer Leichtigkeit bezwingt. Zusammen mit den drei ausgezeichneten Orchestern und den beiden Dirigenten-Legenden kann da eigentlich nicht mehr viel schiefgehen.

Manrico Padovani
Niccoló Paganini: Concertos 1 & 2
Joseph Weigel: Variations
Oltenia Philharmonic Orchestra | Boris Perrenoud
Seoul Güri Philharmonic Orchestra | Boris Perrenoud
Orchestra della Svizzera Italiana | Howard Griffiths
ARS Produktion 2024
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Of devil’s violinists and modern virtuosos: Manrico Padovani and Paganini’s masterpieces
His reputation preceded him: Niccolò Paganini. The violinist has been dead for a long time, but he is still considered one of the greatest masters of his craft. His virtuosity was legendary, and his reputation as the “Devil’s Violinist” was well-deserved. Especially the concert pieces, embellished as virtuosic showpieces, have remained in the repertoire of violinists because they allow them to showcase their technical prowess.

This is no different with Paganini’s violin concertos; here too, the music primarily serves as a vehicle to demonstrate the soloist’s virtuosity and to let the star shine. Musically, some compromises have to be made. Some of it sounds like opera buffa, some like fairground music, but one thing is always certain: the solo violin is in the spotlight, and the orchestra merely supports it. In this regard, however, this recording has a real luxury problem: three excellent orchestras are at work, and with Boris Perrenoud and Howard Griffiths, there are also two true conductor legends involved.

The star of the recording is, of course, the soloist, in this case, Manrico Padovani. He devotes himself to Paganini’s first two violin concertos and the Sonata con variazioni in E major with the required brilliance, but also goes deep and establishes himself as a musically and technically accomplished interpreter. Here, not only the brilliant virtuoso Paganini is celebrated, but his music also receives the weight it deserves. Paganini must have been an extraordinary musician, otherwise, he could hardly have played his own works. And the same applies to today’s musicians: mere showmanship is not enough. Padovani also takes this to heart, belonging to the most virtuosic violinists of his generation, and he conquers Paganini’s insanely difficult works with great ease. Together with the three excellent orchestras and the two conductor legends, not much can go wrong.

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