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Ein Gastbeitrag von Katja

Von Kriegsschauplätzen und Landschaften

Hiero / pixelio.de

In diesen Jahren merkt man erst den Wert von Bildern und Fotos aus längst vergangenen Zeiten kennen: Ohne sie wäre die 60-Jahr Republik-Feier wohl nur halb so legendär, die Befreiung Österreichs könnten nur die letzten verbliebenen Soldaten dieser Zeit schildern und viele Bilder des Schreckens würden nicht mehr für Abschreckung bei den heute Lebenden sorgen. Bilder sind unheimlich wichtig. Sie lösen nicht selten Gefühle aus, die mit herkömmlichen Beschreibungen niemals erreichbar wären. Dies ist gerade im Bereich der Fotografie umso dramatischer, als sie Kampfhandlungen, Zerstörung und vieles mehr bildhaft darstellen. Doch die damit einhergehende Bestürzung bei den Menschen hat heute wichtige Folgen: Jugendliche und heute bereits sehr viele Erwachsene können damit hautnah das Geschehene noch einmal miterleben. Dies ist nicht zuletzt deshalb wichtig, damit es als Abschreckung und Charakterisierung des Bösen dient.

Den Anfang der Kriegsfotografie machten Aufnahmen aus dem Deutsch-Dänischen Krieg. Diese Bilder aus den Jahren in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden unter schwierigsten Umständen gefertigt. Die Fotografen konnten damals noch keine unmittelbaren Aufnahmen von Kriegsgeschehnissen fertigen, weil der Auslöser oft mehrere Minuten benötigte und es außerdem sehr gefährlich für alle Fotografen gewesen wäre: Die Aufnahmen mussten nämlich aus nächster Nähe gefertigt werden. Aus diesem Grund wurden Motive ausgewählt, die ebenso für Angst und Entsetzen sorgten: zum Beispiel wurden Bilder von Toten und Verletzten gefertigt, die während der Kampfhandlungen zurück geblieben waren. Doch derartige Aufnahmen kamen nur sehr selten an die Öffentlichkeit, denn es war verpönt, Bilder von Toten und Verwundeten zu fertigen. Vielmehr wurden deshalb Bilder von Pflegestationen und Soldaten gefertigt, die weit weg von den Kampfhandlungen angesiedelt waren. Nicht selten wurden kritische Bilder einfach zensiert und damit für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich.

I.Rasche/pixelio.de

I.Rasche/pixelio.de

Einer der berühmtesten Kriegsfotografen war Robert Capa, der zahlreiche Bilder aus dem spanischen Bürgerkrieg anfertigen konnte. Diese Bilder wurden unter anderem in Zeitschriften veröffentlicht, weswegen er bald zu einer bekannten Persönlichkeit reifte. Dabei stammte er nicht einmal aus Spanien selbst, er war Ungar und verbrachte seine Zeit hauptsächlich beim Fotografieren. Später emigrierte er in die USA. Nicht zuletzt sein Ausspruch: Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran wird heute noch von vielen Fotografen regelmäßig zitiert. Das Leben als Kriegsfotograf ist nicht zuletzt aufgrund der Umstände im Kriegsgebiet gefährlich. So mancher berühmte Fotograf musste sein Leben geben, nur weil er durch Feindesland mit der Kamera bewaffnet marschierte. Auch Robert Capa kam im Kriegsgebiet um, weil er auf eine Landmine trat, bevor er das Stativ aufbauen konnte.

Es gibt mittlerweile viele Fotobücher, die die historischen Gegebenheiten in Kriegszeiten dokumentieren. Beim Betrachten eines derartigen Exemplars muss man allerdings stets auf der Hut sein: denn gerade im Bereich der Kriegsfotografie wurden zahlreiche Bilder veröffentlicht, die gefälscht wurden. Nur allzu selten konnten die wirklich wahren Umstände abgelichtet und veröffentlicht werden. Nicht selten dienten sie auch der Kriegspropaganda. Damit konnte von den tatsächlichen Umständen in eindrucksvollster Manier abgelenkt werden. Manipulierte Bilder gibt es aus diesem Grunde zuhauf und sie sind heute nur mehr durch aufwendigste Forschungsarbeiten aufzuklären. Die Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt Fotos aufzunehmen hat dabei sein Gutes: Heute ist das Verfälschen von Bildern nur mehr sehr schwer möglich, weil zahlreiche Bilder sofort via WWW versendet werden. Innerhalb weniger Sekunden sind Bilder im digitalen Netz verstreut und quer über den Globus versendet. Dies macht das propagandistische Verfälschen von Aufnahmen im Fotobereich für Regierungen und separatistische Truppen deutlich uninteressanter als noch vor einigen Jahren. Das ist wohl auch ein weiterer Pluspunkt für die neue, moderne Technologie Smartphone.

Viele Leute, die sich gerne Kriegsfotografien ansehen, sind viel weniger aufgrund der grausamen Details daran interessiert. Es gibt zahlreiche Leute, die vor allem die landschaftlichen Veränderungen von Besatzungszonen verfolgen und untersuchen. Diese Landschaftsfotografie war lange Zeit eine Nebensächlichkeit, die von vielen ehemaligen Fotografen miterarbeitet wurde und zumeist aber unbeabsichtigt erfolgte. In den letzten Jahrzehnten hat sich ein eigener Fotozweig daraus entwickelt. Man fokussiert dabei die Schönheit der Natur an, um wunderbare Weiten und Farbenmeere der urbanen Bevölkerung darbringen zu können. Letztere sehnt sich im Grau der Häuserstädte nach etwas Farbe, Detailliertheit und Einfachheit.

Kompaktkamera vor PC mit geöffneter Bestellsoftware Alle diese Attribute lassen sich in einem Fotobuch sehr schön darstellen. Diese Fotobücher gibt es mittlerweile auch in App-Form für Smartphones (mehr Infos bei diesem Anbieter). Damit lassen sich dann ansehnliche Bilderreihen zu echten Kunstwerken formen. Mit schönen Umrandungen, Formen und Größen lässt sich dabei schnell und bequem ein Fotobuch erstellen.

 

 

woman-311096_640Die Autorin

Katja studiert in ihrer Heimatstadt Linz Grafik-Design und Fotografie. In ihrer Freizeit widmet sie sich historischen Büchern, besonders denen der Zeitgeschichte. Die Aufarbeitung der beiden Weltkriege in der heutigen Gesellschaft, hat sie sich zur Aufgabe gemacht.