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In diesem Jahr wäre Max Frisch 100 Jahre alt geworden. Romanautor, Dichter, Dramatiker, Architekt war er, bekannt durch Werke wie „Homo Faber“, „Stiller“, „Montauk“, „Biedermann und die Brandstifter“ und „Andorra“. Zeitlebens von unglücklichen Beziehungen begleitet und stark mit sich selbst beschäftigt. Die jüngst erschienende Biographie von Volker Weidermann findet unterschiedliches Echo in den Feuilletons. Während FAZ net den Kollegen – er ist einer der beiden Feuilletonleiter der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ –  bejubelt, urteilt die Süddeutsche online weit kritischer.

FAZ net: “ Originalität und Instinkt, verbunden mit dem dritten, ebenfalls nicht lehrbaren Talent – schreiben zu können -, sind anderen Kritikern wiederum suspekt, zumal wenn alle drei zusammen so eigenwillig daherkommen wie hier. Die leidenschaftliche Suche eines Journalisten nach Geschichten in dieser Geschichte aber macht den großen Unterschied aus zu anderen Büchern über Max Frisch. […]  Weidermanns Text tanzt mit Max Frisch im Arm.“

Süddeutsche Online: „Volker Weidermann agiert eher hemdsärmelig, greift zu einer großkarierten Schürze und nähert sich seinem Gegenstand wie ein Schlachter: Systematisch wird an den Knochen entlanggeschnitten und das entscheidende Stück freigelegt. […]Es geht vor allem um das unbedingte Präsens, um kurze, stakkatohafte Sätze, die etwas Ranschmeißerisches haben.

Florian Illies bei Zeit online hingegen wieder positiv: „Ein neuer Blick auf Max Frisch in der begeisternden Biografie Volker Weidermanns. [..]Er ist so tief in die Beziehungen zwischen Leben und Werk Max Frischs eingetaucht, dass beide, das Leben und das Werk von Frisch, plötzlich wieder voller Geheimnis sind.“

Volker Weidermann: „Max Frisch – sein Leben, seine Bücher“.
Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2010
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