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„Die Feigheit der Frauen“ heißt das Buch von Bascha Mika, in dem sie mit den Frauen und der verpassten Emanzipation abrechnet. Mika war von 1999 bis 2009 Chefredakteurin der „taz“. In ihrer Streitschrift verurteilt sie ihre Geschlechtsgenossinen, die selbst Schuld daran seien, dass sie in Haushalt, Kind und Küche untergehen, statt, wie die Männer, im Beruf die Karriereleiter hinaufklettern und sich selbst verwirklichen.

FAZ net meint: „Es ist ein sonderbar verstaubt wirkendes Buch, das den alten Grabenkampf zwischen Hausfrauen und Karrierefrauen wiederbelebt (Emanzen sagte man früher dazu), den man höchstens noch in der Rubrik „Was macht eigentlich?“ erwartet hätte.[…] Das ganze Buch kann auch als Verteidigungsschrift ihres, Bascha Mikas, eigenen Lebensentwurfs gelesen werden, wobei es sicher erkenntnisstiftender gewesen wäre, hätte sie diesen nicht ex negativo formuliert. Banalitäten wie Politik oder gesellschaftliche Strukturen interessieren sie auf ihrem Feldzug nicht.[…] An keiner Stelle taucht der Gedanke auch nur am Horizont auf, es könne Menschen geben, die etwas anderes für erfüllend halten als Karriere. Das Filmpaar „Mr. & Mrs. Smith“, von Angelina Jolie und Brad Pitt gespielte, miteinander verheiratete Auftragskiller, wird als Beispiel für eine Partnerschaft auf Augenhöhe genannt. Um ihre Thesen poppiger zu gestalten, hat sie sich ressentimentgeladene Kampfausdrücke auf Moppel-Ich-Niveau ausgedacht: „Latte-Macchiato-Mütter“, „Modelzucht“, „Kümmersyndrom“, „Liebeslist“, „Vermausung“, „Hormonkomplott“.
Und darüber soll jetzt ernsthaft gestritten werden?“

Zeit online resümiert: „Das Buch gehört zur Gattung des Wutschreis. Fortissimo subito! Vorwürfe fliegen einem um die Ohren, in den wuttypischen Wiederholungsschleifen, äußerst unterhaltsam. Man kann nicht allem folgen, die Tendenz aber ist klar. Bascha Mika bringt in Rage, wie elendig sich die Frauenbewegung festgehakelt hat.[…] Von Bascha Mika hätte man eine scharfe Kritik der Frauenbewegung erwartet und auch gerne gelesen, wie es im Milieu der tageszeitung möglich war, dass eine Frau sich im Männerrudel durchsetzt. Aber ihr Fokus ist – das Private. Sosehr sie sich abarbeitet an den Einflüssen von Medien, Rollenklischees, psychologischen Engpässen – ihr Buch, das mit einer beachtlichen Literaturliste aufwartet, gipfelt in der Vorhaltung, eine jede Frau könne sich doch ganz individuell gegen die Wucht des Faktischen für Unabhängigkeit entscheiden. […]

Bascha Mika:
Die Feigheit der Frauen: Rollenfallen und Geiselmentalität.
– Eine Streitschrift wider den Selbstbetrug.
C. Bertelsmann Verlag, München 2011

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