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!Tipp: „Luther 1517“ – Yadegar Asisis neuestes Panorama zum Lutherjahr in Wittenberg

Als ich das Pergamon Panorama von Yadegar Asisi sah, besuchte mich gerade mein Vater in Berlin. Es war ein strahlend schöner Sonnabend, als wir, nur wenige Schritte von Unter den Linden entfernt, vor der großen, weißen, eher unschönen Tonne auf Stelzen standen. Darin sollte sich der Zauber eines Tages von Pergamon verbergen? Wir erklommen das Stufengerüst, Dunkelheit umfing uns und dann staunten wir  – denn hier war tatsächlich ein ganz normaler, dennoch faszinierender Tag im antiken Pergamon! Die Sonne ging langsam auf, die Vögel fingen an zu zwitschern. Auf dem Markt begann ein buntes Treiben, irgendwo waren Musikanten. Hufegetrappel war zu hören, ein Hund bellte. Immer wieder warteten wir den Tag ab, immer wieder entdeckten wir neue Details der Stadt, deren berühmter Altar im Pergamon Museum in Berlin steht. Das war vor ein paar Jahren. Vor ein paar Wochen schwärmte meine Kusine beim Essen von dem Panorama „Die Mauer“, das beim Checkpoint Charlie steht. Eine Reise in die Vergangenheit für sie, die in den achtziger Jahren in die geteilte Stadt zog. Ihre Augen leuchteten, als sie erzählte. Yadegar Asisi hatte wieder ganze Arbeit geleistet. Denn den Eindruck, den er mit seinen Panoramen schuf, werden sie und ich nie vergessen.

Yadegar-Asisi-beim-Auftragen-von-UV-Farbe-auf-das-Panorama-PERGAMON-Foto-G.-Westrich-©asisi

Yadegar Asisi beim Auftragen von UV Farbe auf das Panorama PERGAMON/Foto G. Westrich-©asisi

Nun hat sich der Künstler, der in Wien geboren wurde, in Sachsen aufwuchs und seit 1979 in Berlin lebt, Luther vorgenommen. Passend zum Lutherjahr 2017 zeigt die Lutherstadt Wittenberg „Luther 1517“, ein 360° Panorama rund um die Ereignisse vor 500 Jahren in detailgenauer Feinarbeit aus Fotos gepaart mit Malerei. Asisi entdeckte die Kunstform, die ihren Ursprung im 19. Jahrhundert hat,  1993 und liebt sie bis heute: „Was ich toll finde an der Form: Man geht als Besucher unbedarft rein, man muss nichts wissen und nichts lesen, sondern fällt sofort in eine andere Realität. Da drin bewegt sich nichts aber die Leute bleiben zwei, drei Stunden. Sie sind der Regisseur ihres eigenen Films“ (ZEIT/No. 43).

Ist „Luther 2017“ nur annähernd so beeindruckend berührend wie „Pergamon“ und „Die Mauer“ sollte man sich auf den Weg nach Wittenberg machen. Eine Stadt, die, ganz nebenbei, an sich schon einen Besuch wert ist.

„Luther 2017“ ab dem 22. Oktober 2017 in Wittenberg.

 

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