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!Tipp: Herzlichen Glückwunsch, Elizabeth von Arnim! Die britische Schriftstellerin wäre heute 150 Jahre alt geworden.

Elizabeth-von-Arnim-Denkmal in Buk, Polen

Zeit, eine feinsinnige, aufmerksame und bisweilen herzlich ironische Autorin wiederzuentdecken.

1866 in Australien geboren, erhielt die Kusine von Katherine Mansfield 1891 durch ihre Heirat mit dem Grafen  Henning August von Arnim-Schlagenthin die deutsche Staatsbürgerschaft. Die Familie  ließ sich in Berlin nieder, siedelte aber bereits 1896 nach Pommern über, wo sie das Gut Nassenheide erwarb. Hier entstand Elizabeth von Arnims Debütroman, eine kleine autobiographische Erzählung. Denn Elizabeth hatte eine große Leidenschaft: Ihren Garten. Für den sie allerdings überhaupt kein Talent hatte. Kurz: Es fehlte ihr gänzlich am grünen Daumen. Und so verfolgt man amüsant ihre erfolglosen Versuche, grundsätzlich zur falschen Jahreszeit die falschen Blumen pflanzen zu wollen, was die Hobbygärtnerin allerdings nicht davon abhält, sommers wie winters in ihrem geliebten Garten zu verweilen, mitunter vermummt in dicken Decken, dem harten Winter trotzend. Gäste, die sich über Wochen in ihrem Haus einquartieren, sind ihr ein Gräuel und mit großer Schadenfreude vertreibt sie die Ungebetenen, indem die Gastgeberin sie an die Picknickorte mit den meisten Mücken führt.

Ebenso ironisch beobachtend, dabei für ihre Zeit abenteuerlustig, reist Elizabeth von Arnim ein paar Jahre später ohne den „Grimmigen“ (ihren Ehemann), der immerhin noch durchsetzen konnte, ihr einen Kutscher und eine Zofe mitzugeben, nach Rügen. Zwei unangenehme Weggefährten, wie Elizabeth bemerkt, die mit sauertöpfischer Miene auf die Stimmung schlagen. Doch sie lässt sich nicht die Laune verderben, und ihre mit einem Augenzwinkern notierten Reisebeobachtungen lesen sich noch heute äußerst vergnüglich. Durchaus selbstbewusst, schaut Elizabeth doch einigermaßen verständnislos auf die aufkommende emanzipatorische Bewegung.

Die Romane von Elizabeth von Arnim sind charmant und heiter und absolut lesenswert. Im Plauderton betrachten wir die Welt mit den Augen einer englisch-deutschen Adeligen, die irgendwo zwischen Emanzipation, Langeweile und ihren Träumen mäandert und dabei gern mit spitzer Feder einen ironischen Ton anschlägt. Es ist an der Zeit, „Verzauberter April“ noch einmal zu sehen, und dann ans Bücherregal zu gehen und noch viele der insgesamt 25 Romane dieser stillen, ein wenig altmodischen und doch leichtfüßig erzählenden Autorin zu lesen.

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Hier geht’s zu „Elizabeth und ihr Garten“
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