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Theater: „Eine Familie“. Die Komödie am Kurfürstendamm zeigt das verbale Gemetzel mit Stars wie Annette Frier und Friederike KempterPapa Beverly, seines Zeichens Professor und Alkoholiker, ist spurlos verschwunden. Grund genug für die Töchter, mit Ehemännern, Noch-Ehemännern und Lebensgefährten nebst Kindern zu Hause anzurücken und Mutter Violet beizustehen. Doch Harmonie geht anders. Denn schon bald fliegen nicht nur die Fetzen – schlimmer: die Zusammenkunft entwickelt sich zu einer spitzzüngigen, bösen Schlammschlacht zwischen den Familienmitgliedern.

Der amerikanische Autor Tracy Letts erhielt für seinen Roman 2008 den renommierten Pulitzer-Preis. Die Verfilmung „Im August in Osage County“ 2013 mit Meryl Streep, Julia Roberts und Sam Shephard war ebenfalls erfolgreich. In diversen deutschen Theatern feiert die Bühnenfassung große Erfolge. In Berlin jetzt zu sehen u.a. mit Annette Frier, Friederike Kempter und Felix von Manteuffel unter der Regie von Ilan Ronen, dem Leiter des Habima National Theatre in Tel Aviv, dessen Kinder Yael und Michael bereits seit vielen Jahren die Theaterlandschaft der Hauptstadt prägen.

Die Berliner Zeitung lobt. „Offenbar ist es kein Problem für Vater Ronen, Theater zu machen, das sich nicht selbst reflektiert, sondern einfach nur eine Geschichte erzählt, die Balance zwischen Parodie und Tragik hält sowie den Ehrgeiz und die Spielwut aus den Akteuren kitzelt. […]Ein dreieinhalbstündiges, lustiges, abgründiges und lehrreiches Gemetzel.“

Berliner Morgenpost ebenso: „Die größte Gefahr bei „Eine Familie“ liegt ja darin, Letts messerscharfe Pointen zu effektheischend zu servieren. Dann rutscht das Konstrukt schnell Richtung Schenkelklopfer […] Davon ist diese Berliner Erstaufführung weit entfernt – ein Verdienst der Regie, aber auch jedes einzelnen Schauspielers. Lässig feuern sie die Pointen ab als im Affekt geschlagene Wunden, treiben ihre Figuren gerne mal bis an den Rand der Karikatur, überschreiten diese Grenze aber nie.“

Der Tagesspiegel begeistert: „Bei aller Lust an der komödiantischen Überzeichnung wird doch sein feines psychologisches Gespür offenbar. Und die famosen Darsteller stürzen sich mit Verve in die Psychoschlacht, verraten ihre Figuren aber nie an die Karikatur.“

Eine Familie
Aufführungen noch bis zum 13. Februar und wieder vom 14. April bis 3. Mai.
Tickets direkt über Feuilletonscout bei Eventim buchen

Komödie am Kurfürstendamm
Kurfürstendamm 206/209
10719 Berlin

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