Feuilletonscout Poesie Erich Kästner

Eine Minute und 14 Sekunden mit .... Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

Eine Minute und 14 Sekunden mit …. Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

Der Dreizehnte Monat Wie säh er aus, wenn er sich wünschen ließe? Schaltmonat wär? Vielleicht Elfember hieße? Wem zwölf genügen, dem ist nicht zu helfen. Wie säh er aus, der dreizehnte von zwölfen? Der Frühling müßte blühn in holden Dolden. Jasmin und Rosen hätten Sommerfest. Und Äpfel hingen, mürb und rot und golden, im Herbstgeäst.… Weiterlesen »Eine Minute und 14 Sekunden mit …. Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat
Eine Minute und 14 Sekunden mit .... Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

48 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Dezember

48 Sekunden mit ... Erich Kästner (1899 – 1974) im DezemberDer Dezember

Das Jahr ward alt. Hat dünnes Haar.
Ist gar nicht sehr gesund.
Kennt seinen letzten Tag, das Jahr.
Kennt gar die letzte Stund.

Ist viel geschehn. Ward viel versäumt.
Ruht beides unterm Schnee.
Weiß liegt die Welt, wie hingeträumt.
Und Wehmut tut halt weh.

Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin.
Nichts bleibt. Und nichts vergeht.
Ist alles Wahn. Hat alles Sinn.
Nützt nichts, daß man’s versteht.

Und wieder stapft der Nikolaus
durch jeden Kindertraum. Weiterlesen »48 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Dezember

Eine Minute und 14 Sekunden mit .... Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

38 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im November

Der November                 Ach, dieser Monat trägt den Trauerflor … Der Sturm ritt johlend durch das Land der Farben. Die Wälder weinten. Und die Farben starben. Nun sind die Tage grau wie nie zuvor. Und der November trägt den Trauerflor. Der Friedhof öffnete sein dunkles Tor. Die letzten Kränze werden feilgeboten. Die Lebenden besuchen ihre… Weiterlesen »38 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im November
Eine Minute und 14 Sekunden mit .... Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

Eine Minute und 30 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Oktober

Der Oktober Fröstelnd geht die Zeit spazieren. Was vorüber schien, beginnt. Chrysanthemen blühn und frieren. Fröstelnd geht die Zeit spazieren. Und du folgst ihr wie ein Kind. Geh nur weiter. Bleib nicht stehen. Kehr nicht um, als sei’s zuviel. Bis ans Ende musst du gehen. Hadre nicht in den Alleen. Ist der Weg denn schuld… Weiterlesen »Eine Minute und 30 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Oktober
Eine Minute und 14 Sekunden mit .... Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

42 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im September

Der September Das ist ein Abschied mit Standarten aus Pflaumenblau und Apfelgrün. Goldlack und Astern flaggt der Garten, und tausend Königskerzen glühn. Das ist ein Abschied mit Posaunen, mit Erntedank und Bauernball. Kuhglockenläutend ziehn die braunen und bunten Herden in den Stall. Das ist ein Abschied mit Gerüchen aus einer fast vergessenen Welt. Mus und… Weiterlesen »42 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im September
Eine Minute und 14 Sekunden mit .... Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

Eine Minute und 15 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im August

Eine Minute und 15 Sekunden mit ... Erich Kästner (1899 – 1974) im AugustDer August

Nun hebt das Jahr die Sense hoch
und mäht die Sommertage wie ein Bauer.
Wer sät, muß mähen.
Und wer mäht, muß säen.
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.

Stockrosen stehen hinterm Zaun
in ihren alten, brüchigseidnen Trachten.
Die Sonnenblumen, üppig, blond und braun,
mit Schleiern vorm Gesicht, schaun aus wie Frau’n,
die eine Reise in die Hauptstadt machten.

Wann reisten sie? Bei Tage kaum.
Stets leuchteten sie golden am Stakete.
Wann reisten sie? Vielleicht im Traum?
Nachts, als der Duft vom Lindenbaum
an ihnen abschiedssüß vorüberwehte?

In Büchern liest man groß und breit,
selbst das Unendliche sei nicht unendlich.
Man dreht und wendet Raum und Zeit.
Man ist gescheiter als gescheit, –
das Unverständliche bleibt unverständlich.Weiterlesen »Eine Minute und 15 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im August

Eine Minute und 14 Sekunden mit .... Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

Eine Minute und 15 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Juli

Der Juli Still ruht die Stadt. Es wogt die Flur. Die Menschheit geht auf Reisen oder wandert sehr oder wandelt nur. Und die Bauern vermieten die Natur zu sehenswerten Preisen. Sie vermieten den Himmel, den Sand am Meer, die Platzmusik der Ortsfeuerwehr und den Blick auf die Kuh auf der Wiese. Limousinen rasen hin und… Weiterlesen »Eine Minute und 15 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Juli
Eine Minute und 14 Sekunden mit .... Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

Eine Minute mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Juni

Der Juni Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt. Kaum schrieb man sechs Gedichte, ist schon ein halbes Jahr herum und fühlt sich als Geschichte. Die Kirschen werden reif und rot, die süßen wie die sauern. Auf zartes Laub fällt Staub, fällt Staub, so sehr wir es bedauern. Aus Gras wird Heu. Aus Obst… Weiterlesen »Eine Minute mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Juni
Eine Minute und 14 Sekunden mit .... Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

Eine Minute und 3 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Mai

Der Mai Im Galarock des heiteren Verschwenders, ein Blumenzepter in der schmalen Hand, fährt nun der Mai, der Mozart des Kalenders, aus seiner Kutsche grüßend, über Land. Es überblüht sich, er braucht nur zu winken. Er winkt! Und rollt durch einen Farbenhain. Blaumeisen flattern ihm voraus und Finken. Und Pfauenaugen flügeln hinterdrein. Die Apfelbäume hinterm… Weiterlesen »Eine Minute und 3 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Mai
Eine Minute und 14 Sekunden mit .... Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

Eine Minute und 20 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im April

Der April Der Regen klimpert mit einem Finger die grüne Ostermelodie. Das Jahr wird älter und täglich jünger. O Widerspruch voll Harmonie! Der Mond in seiner goldnen Jacke versteckt sich hinter dem Wolken-Store. Der Ärmste hat links eine dicke Backe und kommt sich ein bisschen lächerlich vor. Auch diesmal ist es dem März geglückt: er… Weiterlesen »Eine Minute und 20 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im April
Eine Minute und 14 Sekunden mit .... Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

Eine Minute und 6 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Februar

Eine Minute und 6 Sekunden mit ... Erich Kästner (1899 – 1974) im FebruarDer Februar

Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Zeit vergeht
bleibt ja doch nur eins: die Zeit.

Pünktlich holt sie aus der Truhe
falschen Bart und goldnen Kram.
Pünktlich sperrt sie in die Truhe
Sorgenkleid und falsche Scham.Weiterlesen »Eine Minute und 6 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Februar

Eine Minute und 14 Sekunden mit .... Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

60 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Januar

Der Januar Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald. Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege. Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Man steht am Fenster und wird langsam alt. Die Amseln frieren. Und die Krähen darben. Und auch… Weiterlesen »60 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Januar