Sylke Kirschnick: “Manege frei! Die Kulturgeschichte des Zirkus.”

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„Herrreeiiiinspaziert!“ – „Manege frei“ für Künstler, Clowns und Akrobaten. In ihrer „Kulturgeschichte des Zirkus“ begibt sich Sylke Kirschnick auf Spurensuche im Reich der Sensationen von seinen Anfängen im 18. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre. Dabei ist dies auch immer eine Geschichte berühmter Zirkusfamilien und ihrer bekanntesten Nummern.

Beginnend mit Pferdedressuren und Kunstreiten, erweiterte sich das Repertoire über die Jahrhunderte zunehmend: Clowns, Pantomimen, Akrobaten, Raubtiere, Fakire, Schlangenmenschen, Entfesselungskünstler und andere spektakuläre Einlagen bereicherten das Programm. Ihr Erfolg ist auch immer im Kontext ihrer Zeit zu betrachten: sei es das aufkommende Interesse am Kolonialismus, das sich in exotischen und wilden Tieren ausdrückte, Dressurreiten als Pendant zum Militärischen, das ein dankbares Publikum bei adeligen und bürgerlichen Pferdeliebhabern fand, oder auch Clowns, die auf Konventionen keine Rücksicht nehmen mussten.

Deutschlandradio Kultur fasst zusammen: „Kirschnick erzählt mit viel Liebe zum Detail. […]Und sie fängt das Phänomen Zirkus durch ihren originellen Buchaufbau wunderschön ein, und bietet nicht zuletzt weit über 100 durchweg grandiose Fotos und Illustrationen.“

NDR.de urteilt: „Der opulenten Sachbildband ist umfangreich und spannend zu lesen.“

Buchcover: “Manege fei”

Sylke Kirschnick:
“Manege frei! Die Kulturgeschichte des Zirkus
.”
Theiss Verlag, Stuttgart 2012

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Ein Gedanke zu „Sylke Kirschnick: “Manege frei! Die Kulturgeschichte des Zirkus.”“

  1. Carola Kullmann

    Selten so eine gut (vor-)lesbare Verknüpfung von historisch/politisch/wirtschaftlich/kulturgeschichtlich markanten Entwicklungen am Beispiel des ‘ZIRKUS’ gelesen, für den wir uns sonst gar nicht begeistern, weil wir Dressuren eher kritisch sehen.
    Aber diese schier unerschöpfliche Menge an zeitgenössischen Fotos/Plakaten/Dokumenten, von auf- und absteigenden Lebensläufen, von gegenseitigen Einflussnahmen etc. ist schlicht und einfach einmalig.
    Uns war neu, dass es ein Zirkusplakat von 1843 war, das John Lennon 1967 zum Beatles-Song “Being for the benefit of Mr.Kite!” inspirierte, dass das Phänomen ‘Zirkus’ philosophische Größen von Benjamin, Bloch bis Kluge bewegte, und ebenso zahlreiche Literaten wie Balzac, Rilke, Kafka.., und erst recht im Medium Film Einfluss nahm, von Chaplin bis Fellini und Bergmann. Und die großen Familien-Unternehmen, und ihre großartigen Residenzen, Knie, Renz und Busch etc. und Clowns-Berühmtheiten wie Charlie Rivel und Grock, und die Artisten-Größen, und Fakire, und Indianer, und die Übersee-Abenteuer, und und und…
    Kurzum, diese grandiose Darstellung des Zirkus als singuläres Publikums-Phänomen übt einen solchen Sog aus, dass bei uns zuhause Alt und Jung sich immer wieder darein verlieren, und selbst kleine Enkel auf ihre Kosten kommen, bei all den Pferde-, Löwen und Clownsbildern,
    und radfahrenden Elefanten und Bären…

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