Statt Kino: Antonini debütiert beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin

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Kino

Heute Abend debütiert Giovanni Antonini beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin (DSO). Ab 20.03 Uhr überträgt Deutschlandfunk Kultur das Programm mit Werken von Joseph Haydn, Biagio Marini, Wolfgang Amadeus Mozart und Pietro Locatelli. Als Solistin ist Isabelle Faust zu Gast; die Mitglieder des DSO musizieren auf Barockpauken, Naturtrompeten und Naturhörnern.

Das Konzert steht im Anschluss im DSO PLAYER zum Nachhören zur Verfügung.

In Mozarts G-Dur-Violinkonzert und Locatellis Concerto grosso steht Isabelle Faust dem DSO als Solistin zur Seite. Während Locatelli 1714 noch Soloinstrument und Tutti überwiegend blockhaft nebeneinander musizieren lässt, treten sie bei Mozart in einen regen Dialog. In Locatellis Concerto ›Il pianto d’Arianna‹ (Das Weinen der Ariadne) hängt Ariadne allein auf der Insel Naxos ihrem Geliebten Theseus nach. In ariosen und rezitativischen Passagen schwingt sie sich anfänglich noch zu Ärger und Flüchen auf. Momente der Resignation und Hoffnung münden schlussendlich in ein schluchzendes Lamento. Bei Mozart überwiegt in den Ecksätzen – gegenüber der getragenen Kantilene mit Anleihen aus seiner Oper ›Il re pastore‹ (Der Hirtenkönig) im zweiten Satz – die Freude am Populären.

Zwischen Mozart und Locatelli steht an diesem Abend Biagio Marinis affektreiche Passacaglia. Veröffentlicht 1655 in Venedig, strahlt sie mit ihrem andächtig schreitenden Gestus einer Pavane und der Überführung des kantablen wie auch klagenden Elements in die Instrumentalmusik große Ruhe aus. Haydns Symphonie Nr. 82, die ohne langsamen Satz auskommt, bedient sich hingegen stark gegensätzlicher Charaktere. Das Finale dröhnt dudelsackartig schunkelnd, während das Menuett der sechsten und letzten der Pariser Symphonien an barocke Festmusiken erinnert.

Giovanni Antonini leitet seit 1989 das von ihm mitgegründete Ensemble Il Giardino Armonico. Als Solist an der Block- und Traversflöte und Dirigent arbeitet er mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Leipziger Gewandhausorchester, dem London sowie dem Chicago Symphony Orchestra. Er ist künstlerischer Leiter des Wratislavia Cantans Festivals in Polen und Gastdirigent des Mozarteum Orchesters und des Kammerorchesters Basel.

Isabelle Faust gastiert regelmäßig bei den Berliner Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra, dem NHK Symphony Orchestra Tokyo, dem Chamber Orchestra of Europe, dem Freiburger Barockorchester und der Akademie für Alte Musik Berlin. Zu ihren musikalischen Partner*innen gehör(t)en Dirigenten wie Claudio Abbado, Giovanni Antonini, Frans Brüggen, Sir John Eliot Gardiner, Bernard Haitink, Daniel Harding, Philippe Herreweghe und Robin Ticciati. Beim DSO war die Geigerin zuletzt im November 2017 mit Robert Schumanns Violinkonzert zu Gast.

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