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Mit prominenter Besetzung haben Thorsten Lensing und Jan Hein die Geschichte des Kirschgartens, um den ein wildes Gefeilsche entbrennt, um das hoch verschuldete Landgut der Gutsbesitzerin Ranjewskaja im Russland von 1900 zu retten,  auf die Bühne der Berliner Sophiensaele gebracht.
Devid Striesow, Joachim Król und Peter Kurth agieren vor einer Mauer, die den Blick auf den Kirschgarten versperrt. Holzt man ihn ab, könnten Sommerhäuschen für Touristen gebaut und somit Geld eingenommen werden. Denn der Garten ist zwar schön, aber vollkommen nutzlos. Die wenigen Alternativen, um den Garten zu retten, schlagen fehl.

Die Uraufführung fand 1904 in Moskau statt, ein halbes Jahr vor Tschechows Tod im Alter von 44 Jahren.

Zeit online dazu: „Lensing und Hein versetzen die Geschichte in eine totale Postmoderne. Sie tun das nicht etwa mittels alberner Modernisierung […], sie drehen einfach nur an der Gemütsverfassung ihrer Figuren herum. Heraus kommt eine völlig hysterische Inszenierung, in der man fast meint, die blank liegenden Nervenfasern der Darsteller sehen zu können.“

Deutschlandradio Kultur eher kritisch: „Zu einem schlüssigen Gesamtbild fügt sich dieser wüste Reigen an überzeugenden Einzelmomenten dennoch nicht; unklar bleibt auch, wofür „Der Kirschgarten“ in diesem Fall eigentlich steht, außer dass er eine Projektionsfläche für jeweils individuelle Sehnsüchte abgibt.“

Ironisch vernichtend kritisiert Welt online die Regisseure: „Wenn sie schon jeden Darsteller der Welt haben können, dann wäre es doch viel logischer gewesen, Aal-Jürgen vom Hamburger Fischmarkt, einen Einpeitscher aus der Hertha-Ostkurve, Claudia Roth von den Grünen, einen Karnevalssänger sowie andere Schreihälse, Permanenthysteriker und Volldampf-Betriebsnudeln zu verpflichten. Die würden den künstlerischen Ansprüchen der Inszenierung viel eher genügen können.“

Sophiensaele
Sophienstr. 18
10178 Berlin

Programm und Tickets: hier