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Als der türkische Nobelpreisträger für Literatur, Orhan Pamuk, seinen ersten Roman vorlegte, war er ihm eher peinlich: Begonnen im Alter von 22 Jahren und acht Jahre später fertig gestellt, schienen ihm die Anleihen an die europäischen Familienromanen zu offensichtlich. Nun ist „Cevdet und seine Söhne“ noch einmal erschienen, und der Autor bekennt sich ganz freimütig dazu, in den „Buddenbrooks“ und „Anna Karenina“ Vorbilder gefunden zu haben.

Die Geschichte beginnt mit Cevdet, der am Anfang des 20. Jahrhunderts sein Lampengeschäft aufbaut und es zu Wohlstand bringt. Doch der Hauptteil der Handlung liegt auf den Jahren 1936-1940, als die Söhne nach seinem Tod die Geschäfte übernehmen und sich am Ende der Amtszeit von Kemal Atatürk behaupten müssen.

Die ZEIT (28/2011) positiv: „Bedeutende Familienromane waren immer auch bedeutende Gesellschaftsromane. Mag schon sein, dass er in diesem Erstling noch nicht ganz auf der Höhe seiner Kunst schreibt, […] doch alles in allem ist dieser Roman hoch spannend. […] „Cevdet und seine Söhne“ ist ein schönes Beispiel dafür, dass wir aus einem Roman sehr viel mehr über die Fremde lernen können als aus der Gesinnungsprosa so mancher Zivilisationsverwalter.“

Orhan Pamuk:
Cevdet und seine Söhne
a.d. Türkischen v. Gerhard Meier
C. Hanser, München 2011

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